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Maßgebliches und Unmaßgebliches
Alles in allem ein reifes, tief durchdachtes und fein ausgeführtes Geschenk deutschen Fleißes und deutscher Gelehrsamkeit, ein überaus wertvolles Seitenstück zu dem schon früher empfohlenen Buche „Das Gymnasium und die neue Zeit". Mag sich die deutsche Wissenschaft und ihr liebfies Kind, die Jugenderziehung, in Zukunft entfalten wie sie will — an den Ergebnissen solcher Bücher darf sie nicht vorübergehen, wenn sie sich nicht selbst ihres wohlverstandenen Vorteils einschlagen will.
Möge ein guter Stern auch über unseren Negierenden walten, daß ihnen die Sprache, die aus solchen Büchern redet, nicht unverstanden bleibt!
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Ein Anfang südslawischer Selbstbesinnung ?
Der Berichterstatter des Laibacher „Slovenec" hatte mit dem kürzlich aus Paris zurückgekehrten Mitgliede der jugoslawischen Friedens- delegation Dr. Rybar in Belgrad eine Unterredung, wobei sich dieser über das Verhältnis zu Deutsch-Österreich wie folgt äußerte:
„Wirtschaftliche Bande verbinden uns mit Deutsch-Österreich, denn dieses ist der uns am nächsten gelegene Industriestaat, zugleich aber auch das nächste Exportgebiet für unsere landwirtschaftlichen Erzeugnisse. In politischer Hinsicht ist dieser Staat Jugoslawien am wenigsten gefährlich. Mit Rücksicht auf den Verlust Deutsch-Südtirols sind Jugoslawien und Deutsch-Österreich eigentlich natürliche Verbündete gegen jenen Staat, der uns 400 000 bis 600000 unserer nationalbewußtesten Landsleute wegnimmt. Alles das zwingt uns zu einem freundschaftlichen Verhältnis zu Deutsch-Österreich. Diesem Ziele aber muß auch unser Vorgehen gegen
jene Deutschen angepaßt werden, die in Jugoslawien geblieben sind, denn ihre Beschwerden, wenn sie gerecht wären, würden unsere Beziehungen zu Deutsch-Österreich vergiften. Das deutsche Volk bleibt trotz seiner Niederlage groß und wird bald erstarken. Es wird besser sein, mit ihm in guten Beziehungen zu leben, als Tag und Nacht Grenzposten zu unterhalten."
Diese Einsicht in Jugoslawien ist zu begrüßen, auch wenn sie spät kommt. Der vernünftiger gewordene Dr. Nybar hätte freilich noch hinzufügen müssen: „Um aber mit dem erstarkenden Deutsch-Österreich auf erträglichen Fuß zu kommen, müssen wir Jugoslawen vernünftig werden und alle Raubabsichten auf fremde Gebiete aufgeben und unsere chauvinistischen Hetzer zum Teufel jagen." Die Karawanken und der Weitensteiner Zug südlich der Drcm als einzig natürliche Südgrenze Deutsch-Österreichs — das ist und bleibt die unerläßliche Voraussetzung für gute Nachbarschaft!
Allen Manuskripten ist Porto hinzuzufügen, da andernfalls bei Ablehnung eine Rücksendung
nicht verbürgt werden kann. Nachdruck sämtlicher AufsSt-e rmr «it ausdrücklicher Erlaubnis des «erlagS gestattet.
Verantwortlich: Dr. Mathilde Kelchner in Bcrlin-Halensee. — Manuslriptsendungen und Briefe werden erdete«
unter der Adresse:
R» die «chriftleit»«a der G»e»,bo»e« i» Berlin «W 11, Temvelhofer Ufer Sö».
55«rnwrecher de« Herausgeber«- Amt Lichterfelde »83, t>«8 Verlag« und der Schrtftleitung: Amt Lü»»w vblv, Verlag! Verlag der «renzb-iten «, m, b> H, in Berlin SW 1l, Temp-Ihoser Ufer SS». Druck: .Der R-iMbni-- SS. m, I>. H. «» Berlin SW 11, Deff-mer Straft« «->.-«?.