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Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Äeue ZZncher

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durch die stillen Täler schreiten, über die Berge am Westrand des Landes, entlang den Ufern der Oder, zwischen den rauchen­den Schloten des Industriegebiets, unter der Erde im Bereiche der schwarzen Diamanten, allüberall stoßen wir auf den werkenden, ringenden, siegenden, schöpferischen deutschen Geist I Das erlebt man, vielleicht nicht Prägnant genug, aber man erlebt es un­streitig, wenn man die Breslauer Ausstellung Arbeit und Kultur in Oberschlesien durch­

schreitet und das gibt dem Unternehmen seinen Wert, denn nicht jeder kann selber wandern und sehen landauf, landab, aber er kann das Spiegelbild der Wahrheit in ein paar langen Stunden auf sich wirken lassen und entscheiden, Wo das Recht ist. Das Recht ist bei uns. Oberschlesien ist deutsche Erde, muß deutsche Erde bleiben. Nicht aus wirtschaftlicher Notwendigkeit, sondern um der Erhaltung der Kultur und um der Gerechtigkeit willen. Dr. R.

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Neue Bücher

Dr. Wilhelm Schüszler, Mitteleuropas Untergang und Wiedergeburt. Deutsche Verlags-Anstolt. Stuttgart 1919. Preis 1.50 MI.

Schüßler hat in seinen, vor etwa Jahresfrist erschienenen WerkDas Verfassungsproblem im Habsburgerreich" bewiesen, daß er in ungewöhnlichem Maße die Gabe besitzt, dem historischen Geschehen in seinen notwendigen Bedingtheiten und Verkettungen feinsinnig nachzuspüren und es mit scharf um­reißender Linie zur Darstellung zu bringen. Bei Abfassung jenes Buches hatte der Verfasser noch die wenn auch gefährlich unterwühlte, fo doch immer­hin als poliiischer Faktor geltende und vor dem Schlimmsten vielleicht doch noch zu bewahrende österreichisch-ungarische Monarchie vor Augen, in der vor­liegenden Schrift, seiner Antrittsvorlesung an der Frankfurter Universität, liegt es ihm ob, angesichts des nicht nur äußerlich, sondern durch eine innere, wahrhaft tragische Problematik bedingten Zusammenbruchs in gedrängter rück- schauendcr Betrachtung ' den lebendigen Keim einer Zukunft zu erkennen. Es ist, als ob Mitteleuropa mit kolonisatorischem Drang nach Osten in immer neuer Form zum Leben erwachen muß. Das alte Mitteleuropa, das 1526 durch die Verbindung Böhmens und Ungarns mit Deutsch-Österreich, das selbst ein Teil von Deutschland war, begründet wurde, konnte nur bestehen, solange Österreich in Deutschland verankert war. Mit großartiger Zähigkeit hat es in heißem Ringen an seiner historischeu Mission festgehalten. Aber als Preußen

1740 Schlesien erwarb und damit genügend erstarkte, um zum Mittelpunkt der nationalen deutschen Staatsgrüudung zu werden, war dem alten Mittel­europa das Grab gegraben, da durch die mit jenem Verlust gegebene Schwächung des österreichischen Deutschtums und durch das von Maria Theresia

1741 den Magyaren als Lohn für ihren Schutz gegen Preußen und seine Verbündeten gegebene Versprechen, die alte Habsburgische Zentralisationspolilik nicht auf die Lander der Stephanskrone auszudehnen. Ungarns Macht derartig anwuchs, daß aus Österreich-Ungarn ein Ungarn-Österreich, ja ein Groß- Ungarn wurde. 1866 trat ein neues, von Preußen und Ungarn organisiertes Mitteleuropa mit seinen zwei Mittelpunkten: Berlin und Budapest hervor. Dieses völlig veränderte Mitteleuropa wurde 1879 durch den von Bismarck und Audrassy geschlossenen Vertrag sanktioniert. Sein imperialistischer Drang nach Osten war zunächst erloschen. Der Blick Kleindeutschlands schweifte über See, aber es erwies sich bald, daß infolge der politischen Einkreisung Deutsch-