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Export geistiger Arbeit
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Export geistiger Arbeit

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Export geistiger Arbeit

von Georg Lltzschig

mmer noch streitet man sich in Deutschland um binnenwirtschaft­liche Theorien, währeich draußen rings an den Grenzen die Gegner und Neutralen Berge von Gittern auftürmen, um damit alsbald mit uns ins Geschäft zu kommen. Auch wenn man die Schwierigkeiten politischer und ökonomischer Art berücksichtigt, ist zu sagen, das; die berufenen Stellen kostbarste Zeit auf unfrucht­bare Jnnenwirtfchaftsproblematik verschwendet haben, deren weltwirtschaftliche Abhängigbeits- nnd Wirkungszusammenhänge als doch von vordringlichster und ausschlaggebender Bedeutung endlich erkannt werden sollten. Es wird wieder das echtdeutscheZuspät"-Verhängnis sein, das uns aus Planwirtschaftsträumen aufwachen läßt, wenn die ausländische Wirtschaftsoffensive das Kartenhaus unserer nationalökonomischen Kalkulationen und Ideen unsanft niedergefegt haben wird.

Einsichtige Beobachter, nüchterne Sachverständige dürfen sich nicht durch gefährlichen Pessimismus in der aktuellsten Aufgabe beirren lassen, mit Tatsachen­erkenntnis und Zweckbewußtheit Wege zu ergründen und zu bereiten, ans denen unsere gegenwärtige und zukünftige Wirtschaftsentwicklung zu Erneuerung und Aufstieg gelangen kann. Praktischer Rat und zielwissende Tat kommen nie zu spät, wenn sie nicht der logischen Entwicklung nachhinken, oder überstürzt voraus­eilen, sondern vorausschauend mit ihr Schritt halten.

Unsere weltwirtschaftliche Bilanz wird auf sehr lauge Zeit hinaus durch eine übergroße Passivseite belastet sein. Die Folgen davon find irr vervielfältig­tem und überans gesteigertem Maße doch ähnlich wie bei einem unsolid fundier­ten und leichtsinnig geleiteten Einzelunternehmen, das Schuld auf Schuld häuft und damit das Gewicht der Eigenleistung immer tiefer herabzieht. Immer steiler wird die abschüssige 'Bahn und Besserungs- und Rettungswille werden rapid aussichtsloser und "schwächer, so daß nieist nur noch von außen her dem Absturz Einhalt und Ende geboten werden kann. Nur darin hat ein Volk in gleicher Lage eine günstigere Möglichkeit, daß sein Gesamtlos von der Elastizität viel­facher Einzelwillen und Kräfte abhängig ist, auf die Schwere des Niedergangs nicht in überall gleich depremierendem und 'lähmendem Grade Hinzuwirken ver­mag, sondern weil, entsprechend der Vielfältigkeit der Einzelfaktoren, gegenüber unwifsend haltlosen Schichten durch! widerstandswillige Zukunftsenergien ein starker, stützender Auftrieb wirksam ist. Frage des Schicksals ist es, ob diese immer noch lebendigen Aufwärtskräfte, geklärt durch Verantwortlichkeit, gegründet in Allgemeinvertrauen, noch zur rechten Zeit den Anker der Festigung legen, den Hebel des Aufschwunges ansetzen können, ob ihre Bereitschaft eine wache und geschlossene, ihre Aktion eine umfassend fähige und eine entschlossen griffsichere ist. Ins Praktisch-Materielle übersetzt, lautet die Formel: Wirkung nach außen ermöglicht wirtschaftlich die innere Ertüchtigung.

Unsere wirtschaftspolitischen Pläne müssen viel mehr auf ihre inter­nationale Durchführbarkeit und Tragfähigkeit berechnet werden, als auf binnen­wirtschaftliche und binnenpolitische Bequemlichkeit und Genügsamkeit. Expansion ist uns notwendig, wenngleich, oder weil sie vorerst nur als Widerstand oder gering scheinender Ausgleichsversuch gegen die auf uns einstürmende Wirtschafts­invasion fichtbar und bescheiden spürbar werden kann.

Die Forderung wirtschaftlichen Expansionsgeistes ruft zugleich nach den dazu befähigten Kräften und man nimmt mit Bedauern wahr, daß die als erste in Frag.» kämen, die Auslandsdeutschen und die Ausfuhrfachleute nur zu sehr nn Hintergrunde blieben bei den wirtschaftlichen Erörterungen. Sollte dem Heimkriegertum der Typ des Heimwirtschaftlers folgen?