Der Zins als Rriegsursache
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dieses überpersönliche Ziel ist die nationale Gemeinschaft, in die jeder herein- geboren wird und mit der mnn durch Kinder und Kindeskinder ebenso wie durch die Vorfahren über die kurze Spanne des Lebens verknüpft ist. Wie diese Gemeinschaft einen jeden von der Geburt bis zum Tod umgibt und schützt, so gewährt sie nicht nur, was heute ausschließlich betont wird, Rechte, sondern sie hat auch Rechte, und der einzelne hat auch die Pflicht, für die Gemeinschaft zu arbeiten. In diesem Gedanken der Pflichterfüllung gegenüber der Nation klingen innere und äußere Politik zusammen.
Daß es schwierig sein wird, diesen Ideen bei der teils stark verhetzten, teils gleichgültigen Masse der Bevölkerung Eingang zu verschaffen, verkenne ich nicht. Wir müssen darauf gefaßt sein, daß wir den einen ein Ärgernis und den andern eine Torheit sein werden und daß es Mühe und Zeit kosten wird, bis wir von einer sittlichen Erneuerung unseres Volkes sprechen können. Aber die Zeit haben wir. Denn so wenig wir die äußeren Folgen des Krieges von heute auf morgen überwinden werden, ebenso wenig wird das mit den inneren Folgen gelingen und vor der Mühe dürfen wir nicht zurückschrecken. Wenn wir unserem Volk wieder Ehrfurcht von stiller ernster entsagenden Arbeit beibringen wollen, müssen wir selbst darin vorangehen, zu arbeiten ohne auf den äußeren Erfolg zu sehen, zu säen, ohne gleich ernten zu wollen, müssen wir selbst zeigen, wie wir den Dienst für die Gemeinschaft verstehen. Nichts wäre falscher, als wenn wir unsere Aufgabe darin sehen wollten, nur der Arbeiterschaft die Notwendigkeit ernster Arbeit zu predigen. Wir alle tragen — das war der Sinn meiner gesck'chilichen Betrachtung — Schuld am Zusammenbruch, wir alle haben die Pflicht, in uns zu gehen, zu lernen und zu arbeiten. Nur wenn wir Gebildeten unsere Pflicht erfüllen, wenn wir mit gutem Beispiel vorangehen, statt abzuwarten, bis die Arbeiterschaft zur Vernunft gekommen sein wird, nur dann werden wir von dieser Pflichterfüllung verlangen und erlangen können. An der Fähigkeit unseres Volkes zu moralischer Erhebung brauchen wir nicht zu verzweifeln. Wer Soldat gewesen ist, der weiß, daß der sogenannte gemeine Mann, richtig angefaßt, zu großen Leistungen zu bringen ist. Und selbst wenn das heutige revolutionäre Geschlecht für nichts mehr zu brauchen wäre, dann wollen wir auf die Jugend hoffen. Die Geschichte rechnet nicht nach Jahren, sondern' nach Generalionen. Aber die Jugend gewinnen wir nur, wenn wir nicht Abgelebtem tatenlos nachtrauern, sondern neuen Zukunflszielen entschlossen nachstreben.
Der Zins als Ariegsursache
von p. Koch, Geh. Adnnralitätsrat a. D.
eutschlands Bücherschatz ward vor kurzem durch ein ebenso eigenartiges wie wertvolles Werk bereichert, die bei Hauschild in Bremen erschienenen „Briefe" von Ludwig Noselius. In diesen Briefen vertritt der bremische Großkaufmann seine politischen Anschauungen, in denen , er „den Gegensatz zwischen den bürgerlichen und den sozialdemokratischen Parteien" keinesfalls mitmachen will, weil seine Ansichten „von ganz links nach ganz rechts reichen" und stellt Grundlinien für den Neulwu auf, die, auch wenn man ihm nicht überall zustimmt, doch im höchsten Grade Beachtung verdienen.