Vie Sowjetrepublik und ihre Gegner
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Zwecken wirklich nicht gewachsen sein? Wir vermögen das nicht zu glauben. Seine Kriegserinnerungen selbst sprechen dagegen. Unverändert geblieben ist sein, aus der beschworenen Treue und der Kenntnis der Geschichte seines Volkes erwachsenes, tiefinneres Gefühl der Hingabe an das Vaterland. Wie der einstige Feldherr über das Deutschland von heute denkt, sollen drei lapidare Sätze aus dem Nachwort des Werkes erhärten:
„Die von Deutschen vollzogene Zertrümmerung der deutschen Wehrmacht war ein Verbrechen und von einer Tragik, wie sie die Welt noch nicht gesehen
hatte..... Es war ein frevelhastes Spiel, das mit dem deutschen Volke
in seiner schwersten Stunde gespielt ist. Es bezahlt dies ungeheure Verschulden
mit seinem Leben und mit seinen Idealen..... Durch die Revolution haben
sich die Deutschen zu den Parias unter den Völkern gemacht, nicht mehr bundesfähig nach außen, Heloten im Dienst fremder Männer und ausländischen Kapitals, der Achtung entkleidet vor sich selbst."
Wer ihnen dennoch das Recht zum Leben zuspricht und die Kraft wünscht, die Schlacken zu beseitigen, die sie auf sich gehäuft, der wird nicht beiseite treten dürfen, wenn es den Aufbau gilt. Als ersten Schritt dafür darf man die Veröffentlichung dieser Kriegserinnerungen begrüßen, mit denen ein deutscher Mann furchtlos und in freiem Stolz vor unser Volk tritt.
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Die Sowjetrepublik und ihre Gegner
von G. Frantz, Major im Generalstabe
ie Sowjetrepublik befindet sich in zentraler Lage auf allen Seiten im Kriege mit den Nachbarn, nur auf die eigenen Mittel und Kräfte angewiesen, von jeder Zufuhr abgeschnitten, ohne je aus Unterstützung von außerhalb rechnen zu können: eine gewaltige eingeschnürte Festung. Damit sind mancherlei Nachteile — aber auch nicht zu unterschätzende Vorteile verknüpft. Es herrscht em Wille, keine langen Verhandlungen sind nötig zwischen Gruppierungen, die politisch verschiedene Ziele verfolgen, der Wille kann innerhalb des eigenen Machtgebietes unverzüglich in die Tat umgesetzt werden; die militärischen Streitkräfte können direkt von einer bedrohten Front an die andere geworfen und deshalb schneller verschoben werden, als die der Gegner, bei diesen einheitliches Handeln vorausgesetzt. Die Vorteile dieser operativ inneren Linie und der Uneinigkeit des Gegners haben sich die Bolschewiken bisher stets geschickt zunutze gemacht.
Solange die Leistungen der Eisenbahn auf der Höhe bleiben, werden die Bolschewiken in der Durchführung der Truppenbewegungen ihren Gegnern gegen- über stets im Vorteil und in der Lage sein, genügende Streitkräfte an den be- drohten Fronten zu versammeln. Daß die Bahnen versagen, ist vorläufig nicht Zu erwarten. Heizmaterial liefern die unermeßlichen Wälder zur genüge, schon im Frieden wurde in Großrußland mit Holz geheizt. Auch der Wageiipark wird vorläufig ausreichen, handelt es sich doch nur um geringe Kräfte im ^gleich zu den Massen, die unsere Bahnen im Weltkriege zu bewegen hatten. Bleibt nur die Schmiermittelfrage und die der Lokomotiven. Wenn auch zwangsweise gearbeitet wird, so muß man doch wohl annehmen, daß allmählich ein Rückgang m der Zahl der verwendbaren Lokomotiven eintritt. Bis aber dann em für die MiUtmlNyen Verhältnisse bedrohlicher Zustand eintreten wird, kann noch geraume Zeit vergehen.
Die von der Sowjetrepublik aus dem alten Regime übernommene Rustungs. mdustrie müßte ausreichen, die jetzige Armee zu bewaffnen und ailszurusten Mit den vorhandenen Vorräten der allen Zarenarmee hat sie auch bisher den Bedarf des Heeres gedeckt. Aber auch hierin wird sich die Lage dauernd verschlechtern, je mehr mit der Zeit die Leistungsfähigkeit der abgenutzten Fabrikanlagen nach-