General Lndendorff als Persönlichkeit
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Würde durch entsprechende autoritative Belehrung und Widerlegung gestutzt werden; auch durch Vorträge und national fördernde Darbietungen anderer Art, z. B. Ausstellungen, könnte diese Anstalt überaus kräftigend und belebend wirken.
Diese Aufklärungszentr'ale müßte eine Abzweigung einer Zentralbehörde sein, die das Reich noch nicht besitzt, nämlich einer Reichskulturzentrale. Nicht Kultus, sondern Kultur. Diese Reichskulturzentrale müßte einerseits das Gegenteil von der besonders in Süddcutschland so gefürchteten Kulturzentralisation sein. Sie müßte eine Stelle im Reich sein, die ein Sammelpunkt für alles kulturelle Sonder- tuin wäre, um dies verstehen zu lernen und zu lehren. Im letzteren Sinne, als -belchrendcr Faktor, wäre diese Kulturzentrale politisch nicht ein sozusagen polemisches, , Unfrieden stiftendes Institut, sondern im Gegenteil eine Einrichtung, deren vor- ' nehmste Aufgabe es wäre, gegenseitiges Verstehen und Gewährenlassen in Deutsch- land von Land zu Land und von Stamm zu Stamm zu fördern und zu fordern. Es würde sich um verständige Aufklärung handein müssen, die Vorurteile abweist, Irrtümer beseitigt, den Patriotismus hebt und stärkt. Zu diesem Zweck dürften die Beamten dieser Aufklärungszentrale freilich keine Alltagsmenschen, vor allem keine Bureaukraten fein. Es müßten deutsche Männer von weitem Horizont sein, namentlich auch solche, die selbst über Vorurteile und politische Kleinlichkeit erhaben sind, die Deutschland in seinen Teilen und Völkern, in Charakteren und Eigenarten kennen, und die auch in der Reichs-, Stammes- und Landesgeschichte, in der Kulturgeschichte und in den Mundarten bewandert sind. Mit einem Wort, die plÄLLeptorös diermaniae, die dort vereinigt würden, müßten die gewöhnlichen Politiker und Parlamentarier, wie sie uns beschert zu sein pflegen, in manchem weit überragen. Eine solche nationale Organisation ist ein Bedürfnis. Wer es mit Deutschland ehrlich meint, wird dem nicht widersprechen können. Aber es fehlt uns bezeichnenderweise eben noch der Kern der Sache: ein Neichskulturministerium.
General Ludendorff als Persönlichkeit
Nach seinen Ariegserinnernngen von Dr. Max v. Szczepanfri
! m Mittelpunkte der zahlreichen Veröffentlichungen aus den Tagen des großen Völkerkampfes stehen augenblicklich die Kriegs- erinnerungen des General Ludendorff.^) Das Lesen des Buches ist ein Erleben: wie eine Symphonie von gewalliger Wucht und ! von tragischem Ernst stürmt der Inhalt auf den Leser ein, eine l Symphonie, welche das Ringen eines Mannes mit seinem Schicksal und mit dem Schicksal seines Volkes wiedergibt.
AIs Vorspiel haben wir da den Tag von''' Lüttich, an dem der junge General die wertvolle Erfahrung des Kämpfens inmitten der Truppe, die glückliche Gelegenheit zu entscheidendem Eingreifen als Führer im Felde, die erste heißersehnte und heißerworbene Siegessreude findet: es ist der helle Klang der eisten Bewährung dieser Persönlichkeit als KnegSmann — und dieser Bewährung folgt alsbald eine neue Berufung, aber nicht als Truppenfuhrer, sondern auf das Gebiet der Heerführung. Der damit einsetzenden zwelmhngen Tätigkeit als Chef des Generalstabes im Osten mit ihrer fast von Monat zu Monat sich erweisenden Steigerung der Aufgaben und der geMgen Krajt- äußerung gilt der erste breite Satz dieses schriftstellerischen Tonwerks, ^er großartige zweite Satz, der die Zeiten als Erster Genercüquarttermelster, also vom 29. August 1916 bis zum 26. Oktober 1918 schüdert, rst vielfach als Furioso komponiert und wird besonders in dem Abschnitt über die Grundlage der
Berlin, E. S. Mittler u. Sohn. Geb. SS.— M. Grenzboten III 191» > ^