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Zurück zum Geist von 1807!
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Zurück zum Geist von M?!

von Professor Dr. G. A. E>. Lollischonn

Ein tobend Schlachtrosz oder eine Mähre, die das Ohr hängt, was ist edler?"

nsere wahren Erbfeinde sind die Engländer. Sie sind es gewesen in aller Vergangenheit, und sie werden es sein für alle Zukunft. Dem haben wir ins Auge zu sehen. Emerson sagt von den Eng­ländern: l'Ire^ nave more constitutional onerZ^ tlmn an^ ottter veople. Mit dieser Lonstituticmal enerZ^ haben sie den Krieg gewonnen und die Welt unter ihre Füße gebracht. Energie ist Macht. Was haben wir dieser organischen, angeborenen, animalen Energie der Engländer, die uns fehlt, entgegenzusetzen? Den Geist, von dem wir mehr haben als sie. Aber Geist ohne Energie ist machtlos. Die Frage ist für uns: Wie wird aus Geist Energie? Wie können wir die reichen geistigen Kräfte Deutschlands, deren Reichtum gerade der Zusammenfassung widerstrebt, trotzdem zusammenbinden zur Energie, die dann eine ungeheure Stoßkraft entwickelt, wie die erste Hälfte des Krieges zeigte? Nur ein Ziel, das alle Kräfte auf sich zieht, vermag dies. Erst der auf ein Ziel gerichtete Wille setzt die Kräfte in Energie um. Englands Energie resultiert aus nationaler Borniertheit, wir können Energie nur erwerben durch Erziehung. Erziehen heißt nichts weiter als dem Willen ein Ziel stecken und dadurch die Kräfte zusammenbinden zur Energie. Wille, Persönlichkeit, Charakter, Form, Stil, Energie sind Synonyme. Schon einmal standen wir vor dieser Auf­gabe. Fichte erkannte sie in ihrer ganzen Tiefe und Tragweite, und Humboldt unternahm es, sie durch seine Neugestaltung des Gymnasiums zu lösen. Die Ge­schichte stellt ein Volk immer wieder vor dieselbe Aufgabe, bis es sie gelöst hat oder daran zugrunde geht. Damals wurde sie nur halb gelöst, weil Fichtes und Humboldts Gedanken nur halb durchgeführt wurden, während Scharnhorsts Ideen, voll verwirklicht, auch den Sieg brachten.

Werden wir die Lösung diesmal mit dem Ernste angreifen, den die große Not des Volkes erheischt? Begreifen wir es heute, wo wir es mit tausend Schmerzen am eigenen Leibe erfahren, daß unsere Existenz von der Lösung dieser Frage abhängt? Wir begreifen es nicht. Von Analphabeten der Wissenschaft und Kultur läßt Deutschland heute seine Schulen reformieren. Dieselben, die unsere militärische und unsere industrielle Kraft zerstört, die den Geist und den Willen des Volkes gegen seinen eigenen Geist und seine eigene Geschichte umgebogen haben, sie sind an der Arbeit, auch die wissenschaftliche und kulturelle Kraft des Volkes zu zerbrechen. Und neben diesen Geistesblinden stehen die Jrrlehrer des Geistes, die einen Geist predigen, der schlimmer ist als Geistlosigkeit, den Geist

Grenzboten III 1919 21