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Über deutsch-polnische Handelsbeziehungen
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Die Möglichkeit einer Monroe-Schiffahrts-Doktrin

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Unterkurs. Wie derKurier Warszawski" vom 27. Juli schreibt, wurde für den deutschen Tausendmarkschein 1265 polnische Mark bezahlt, für die Hundertmarknote 116 polnische Mark. Heute wird sogar für einen Tausendmarkschein 1360 und für einen Hundertmarkschein 130 Mark bezahlt (s. o.). Eine polnische Zeitung beklagt sich, daß das eben erstandene Polen in wirtschaftlicher Hinsicht weniger Vertrauen genießt, als das verarmte deutsche Land und beinahe dem verwüsteten Nußland gleicht.

Polen führt viel aus den skandinavischen Ländern über Danzig ein. Das Staatliche Amt für Ankauf von Artikeln der ersten Notwendigkeit" (P. U. Z. A. P. P,) registriert sie und wenn Warschau die Einfuhrerlaubnis erteilt, werden sie nach Polen eingeführt. Rechnungen und Faktura sind in der Valuta der nordischen Länder zahlbar. Die Importeure aber bezahlen nicht in dieser Valuta, sondern in deutscher in der Weise, daß sie Einzahlungen an eine deutsche Bank in deutscher Mark machen, und- die Bank schreibt sie der skandinavischen Firma gut. Die Verrechnung mit Polen erfolgt also schon jetzt nicht auf der Grundlage des Ver­hältnisses der polnischen Valuta zur skandinavischen, sondern nur zur deutschen Valuta. Auf diese Weise werden die Deutschen Banken die Vermittler und Bankiers zwischen Polen und dem Auslande. Die Folge ist, daß man auf der Warschauer Börse deutsche Valuta sucht, um mit ihr nach Deutschland zu zahlen. Schon der Tiefstand der polnischen Valuta wird den polnischen Unternehmer und Kaufmann veranlassen, Waren von Deutschland zu beziehen, das mit denselben Valuta­schwierigkeiten zu kämpfen hat.

Die Möglichkeit einer Monroe-Schiffahrts-Doktrin

von Dr. Richard Hennig

lie Monroe-Doktrin vom 2. Dezember 1823 ist im Laufe der Zeit über ihren ursprünglichen Sinn, der nur aus einen Sonder­fall zugeschnitten war und lediglich aktuelle Bedeutung hatte, ganz erheblich hinausgewachsen. Es scheint aber, daß der Grundsatz ^^-»^ immer mehr erweitert^ wird und als ob wir, trotz Jnternatio- «Z^MisA nalismus und Völkerbund, noch durchaus nicht beim Zustande der Höchstentwicklung dieser nationalen Willensbetätigung angelangt sind. In Japan ist eine starke Bewegung für eineostasiatischeMonroe-Doktrin" oder gar eineasiatischeMon­roe-Doktrin" im Gange, in Australien wünscht man sich wieder gegen japanische Begehr­lichkeit durch eine Art von australischer Monroe-Doktrin zu schützen, und in den Ver­einigten Staaten von Amerika hat man nicht nur erst kürzlich mit aller wünschenswerten Bestimmtheit erklärt, daß die ganze Völkerbundsidee des Präsidenten von vorn­herein nur diskutabel sei, wenn die Monroe-Doktrin davon nicht berührt werde, sondern es hat überdies durchaus den Anschein, als ob die Monroelehre eme neue, sehr einschneidende Ausdeutung in dem Sinne erfahren soll, daß fortan der Schiffsverkehr zwischen amerikanischen Häfen ausschließlich von Schiffen amerika­nischer Nationen gepflegt werden darf, also im wesentlichen ein Monopol der Vereinigten Staaten werden soll. ^ .»

Eine solche Maßnahme wäre natürlich eine Katastrophe für die bisher m Süd- und Mittelamerika tätigen englischen Reeder. Diese sahen wahrend des Krieges ihr Tätigkeitsfeld in Südamerika infolge der schweren Frachtraumknapp- heit ohnehin mehr und mehr an vereinsstaatliche Schiffe übergehen. S:e verließen sich aber darauf, daß sie im Frieden, nach Wiederkehr normaler Verhältnisse, unschwer in der Lage sein würden, das verlorene Gebiet zurückzuerobern, da die englische Schiffahrt stets mit viel niedrigerm Betriebskosten als die amerikanische