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St. Germain
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Ueber deutsch-polnische Handelsbeziehungen

heiten in unserem Staat so weitgehende Sonderrechte genießen, daß er den Namen eines Nationalstaates nicht verdienen würde. Ein solcher Friede be­droht uns mit Mangel, Not und innerer politischer Verwirrung. Selbst wenn er angenommen wird, bleibt er undurchführbar, kann nicht von Dauer sein. Wir müssen uns durch Arbeit wieder kräftigen und den großdeutschen Gedanken festhalten, bis er zur Verwirklichung gelangen kann. Aber selbst die Möglichkeit des inneren Wiederaufbaus durch Arbeit, den das Deutsche Reich so großzügig in Angriff nimmt, droht uns die durch die Friedensbedingungen geschaffene Verwirrung zu nehmen. Darum nmß die Bemühung unserer Regierungen auf eineRevision" des Friedens gerichtet sein. Der Beitritt zumVölkerbund" vergrößert das müssen wir uns eingesteheu die Hoffnung auf eine baldige Erreichung dieses Zieles einigermaßen, aber nicht so wesentlich, daß wir uns mit ihm trösten können, selbst wenn er uns zugestanden wird. So bleibt fast nur die Hoffnung auf eine unerwartete Wendung der weltpolitischen Verhältnisse, auf die Nemesis, die der Hyoris zu folgen pflegt. Für chre Zeit müssen wir unser Vollstum rüsten, indem wir es sittlicher und seelischer Ge­sundung zuführen, von der es heute weit entfernt ist.

Abgeschlossen am 26. August 1S19.

Über deutsch-polnische Handelsbeziehungen

achdem der Friede von Versailles abgeschlossen, und die Blockade aufgehoben ist, wird nun auch in Deutschland ernstlich daran ge­dacht, zur Friedenswirtschaft-überzugehen. In allen mittelbar oder unmittelbar am Kriege beteiligten Ländern herrscht Warenhunger. Deutsche Industrie und deutscher Handel, die vor dem Kriege einen bedeutenden Teil des Weltmarktes beherrschten, sollen nach teil­weise! Einstellung und nach Anpassung an die Kriegsoerhältnisse ihre Tätigkeit wieder aufnehmen und ihr zerrüttetes und zerstückeltes Erbe wieder antreten. Mit den internationalen Handelsbeziehungen kommt neues Leben in die durch Kriegs­opfer, Jnlandshandel und erdrosselnde Friedensbedingungen verarmten deutschen Lande.

Politische Unsicherheit im In- und Auslande, sowie die endlosen Streiks drängen die nach Kunden und Lieferanten ausschauende deutsche Handelswelt von den wirtschaftlichen Beziehungen gewaltsam zurück. Von einer Aufnahme regulärer internationaler Handelsbeziehungen kann daher nur im bescheidenen Umfange die Rede sein.

Rußland kommt, solange dort keine geordneten Zustände herrschen, für wirt­schaftliche Beziehungen nicht in Betracht. Auch kann heute an die Deckung der riesigen Bedürfnisse Nußlands und der Ukraine an landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten (sür die Ukraine Mindestbedarf im Jahre 1915 festgestellt auf eine Million Pflüge. 250 000 Erntemaschinen, 80 000 Drill- und Sämaschinen) aus Mangel an Rohprodukten bei uns nicht gedacht werden. Für die Erze, die wir heute aus Schweden beziehen, liesern wir dorthin Maschinen und zwar verhält sich die Lieferung der Erze zu der der Maschinen wie 15 zu 10. Dieser Überschuß an Erzen muß zur Inbetriebsetzung und Aufbesserung unserer Industrie verwendet werden. Die deutsche Erzgewinnung ist mit der LoSreißung Elsaß- Lothringens vom Deutschen Reiche stark zusammengeschrumpft Wann Deutsch­land spanische Erze erhält, ist noch nicht vorauszusehen. Günstiger ist die Lage einiger anderer Industriezweige.