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Volkstum und Weltgeltung
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St. Germain

Ferner muß der Zusammenschluß unter Zuhilfenahme aller Erfahrungen und sorgfältigen Erwägungen, unter Heranziehung aller Möglichkeiten und Hilfs­mittel zunächst in wirtschaftlicher Hinsicht erfolgen, als Grundlage zu einem fest­gemauerten Bollwerk. Nicht nur der deutsche Kaufmann und Techniker, der deutsche Handwerker und Bauer müssen die Träger dieser gewaltigen Idee werden. Nicht nur ein Netz von Helfern aus diesen Erwerbsständen muß sich über alle Gegenden spannen, wo Deutsche wohnen, auch der geistige Pionier, der deutsche Lehrer, Schriftsteller, Journalist, Künstler und jeder Hüter deutschen Geistesschatzes muß seinen Stein herbeitragen zum Wiederaufbau des zertrümmerten Werkes. Deutsche müssen Deutschen über den Erdball hinweg die Hand reichen, endlos in der Kette, lückenlos in der Umspannung, einig im Ziel.

Vorerst gilt es aber die Not des Augenblicks zu stillen, gilt es unsere aus dem Ausland und den Grenzmarken vertriebenen Landsleute durch tatkräftige Hilfe in der Behauptung ihres Deutschtums zu stärken, sie zu überzeugen, daß das Reich zu ihnen hält, Regierung und Volk, und daß ihre Nöte auch unsere Nöte sind. Ihren Dank werden sie dadurch abtragen, daß sie uns über die wirtschaftlichen und geistigen Bedürfnisse ihrer geopferten zweiten Heimat unterrichten und uns die Wege weisen, auf denen wir gemeinsam schreiten müssen, um deutsche Welt­geltung wieder aufzurichten und um der Welt ein machtvolles Bild davon zu bieten, was Deutsche vermögen, wenn die Not sie eint.

St. Germain

von Professor Dr. Robert Sieger

! enn ich der Einladung der Grenzboten nachkomme, einige Gedanken über St. Germain auszusprechen, muß ich den Schein vermeiden, mich zu denEingeweihten" zu zählen. Ich bin in Wien am I 5.Mai unerwartet eingeladen worden, alsExperte" für Geographie zu den Friedensverhandlungen zu gehen und war in dieser Eigenschaft vom 14. Mai bis 10. Juni in dem Seinestädtchen. Ich hatte also Gelegenheit, an den eingehenden internen Beratungen über Grenz- und Minderheitsfragen teilzunehmen, dieLändervertreter" in ihrer Arbeit zu beraten und zu unterstützen und denGeneralkommissären" einiges Material vorzulegen, ferner bei der Festlegung der Grenzvorschlüge vom 2. Juni auf Karten verschiedenen Maßstabs und der Herstellung der Grund­lagen ihrer statistischen Auswertung ^mitzuarbeiten. Auf Grund dessen habe ich eine zusammenfassende geographische Kritik dieser Grenzlinie den General­kommissären überreicht. Die Fertigstellung der Antwortnote in Grenzfragen, welche bekanntlich im wesentlichen an dem Staatsgebiete des deutsch-österreichischen Gesetzes vom November 19 l 8 festhielt, erfolgte auf Grund von Besprechungen der Generalkommissüre mit den einzelnen Ländervertretern, aber erst nach der Abreise dieserSachverständigen für die Abgrenzungsfragen", die zugleich als Vertrauensmänner der Länder angesehen wurden und deren Berufung im Einvernehmen mit den Landesregierungen erfolgt war. Ihre zeitweilige Heim­sendung erschien aus verschiedenen Gründen geboten und mußte, da man baldmöglichst Raum für finanzielle Sachverständige benötigte, schon am 10. Juni erfolgen. Mit ihnen wurden dieExperten" für Völkerrecht, Geographie und Statistik vorläufig entlassen. In den Alpenländern wurde die Bevölkerung