Volkstum und Weltgeltung
von <L. Franz-Treutler fr. a. o. Prof. a. d. Handelshochschule Antwerpen
en gewaltigen Aufschwung der deutschen Außenwirtschaft in den letzten 60 Jahren verdankten wir im wesentlichen unserer genauen Kenntnis der ausländischen Konkurrenzfabrikate. Sie ermöglichte uns wertvolle Rückschlüsse auf die Art der begehrten Waren und auf den Geschmack des kaufenden Publikums. Deutsche Gründlichkeit und Gediegenheit, Preiswürdigkeit der Erzeugnisse im Verein mit soliden Geschäftsgrundsätzen taten das übrige, um in den meisten Fällen fremdländische Wettbewerber zu überflügeln. Den ersten greifbaren und für die meisten unter uns überraschenden Beweis für die Höhe des Volksvermögens bot uns unsere Kriegsanleihe, die ohne nennenswerte Stütze auf das neutrale Ausland ausgebracht werden konnte und uns instand setzte, durch organische Ergänzung von innen heraus den beispiellosen Anforderungen während der Kriegsjahre gewachsen zu sein. Gewiß, eine ungeheure Schuldenlast luden wir auf unsere Schultern und unser Volk wird auf ein Menschenalter hinaus an ihr zu tragen haben. Doch ihre schwierige Tilgung ist die Folge der erdrückenden Friedensbedingungen. Ein glücklicher Ausgang des Krieges hätte uns auch ohne den geringsten finanziellen Gewinn diese viereinhalb Jahre passiver Volkswirtschaft mit Elastizität wettmachen lassen. Die wirtschaftliche Lage Deutschlands wäre eine verzweifelte, wenn uns nicht das Vertrauen auf unsere gewohnte Arbeitsfreudigkeit und Willensstärke aufrecht erhielte. Wohl hat der Versailler Vertrag uns vieles genommen, und wenn es nach den geheimsten Wünschen der Friedensdiktatoren gegangen wäre, hätte man uns am liebsten die Lust zum Atmen beschlagnahmt. Doch unsere deutsche Tüchtigkeit und Fähigkeit konnte man nur töten, wenn man uns selbst ganz und gar ausgerottet hätte. Und in diesem Samenkorn nationaler Kraft wird sich, gleichwie in jenen, die vor tausend und mehr Jahren in die Graber ägyptischer Könige als Sinnbild der Wegzehrung gelegt wurden, die Fähigkeit, zu keimen und Wurzel zu fassen, nach noch so langer Zeit nicht ersticken.lassen. Dafür bürgt deutsche Art. ^ ^ . _
Unser Selbstvertrauen ist, auch ganz nüchtern betrachtet, vollauf berechtigt, weil eine Ausschaltung deutschen Wettbewerbes auf dem Weltmarkt auf die Dauer undurchführbar ist. Die Verbraucher in allen Ländern stnd m dem Maße an Güte und Wohlfeilheit der deutschen Waren gewöhnt, daß in ihnen selbst und m den Herstellern unbewußt der Wunsch nach ,Msäs in Qermgn/. Artikeln allmählich immer lauteren Ausdruck finden wird. Mit dem schketzlichen Ergebnis, daß auf dem internationalen Markte immer offener der Ruf vernehmbar werden wird: „QerinAns tc> tke krönt I"
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