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Ungarn
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

zu bewegen und es ist noch sehr die Frage, ob deren Weigerung aus anderen Gründen als ideologischer Scheu vor der Person des Erzherzoges zu erklären ist. Allerdings sind die Verwahrungen des Exkaisers Karl nicht grade dazu angetan gewesen, die Stellung des Reichsverwesers zu stärken, hat man wirklich insgeheim auf eine monarchische Restauration hingearbeitet, so gab es nichts Ungeschickteres als diese voreiligen zeitfremden Vorbehalte. Es ist jedoch auch noch sehr die Frage, ob nicht der von der Entente erzwungene Rücktritt des Erzherzogs weit eher reaktionäre Elemente ans Ruder bringen wird, man darf wenigstens nicht , außer acht lassen, daß die Szegediner Gegenregierung, die wirklich reaktionär ist, mit Rücksicht auf die Entente gegen den Erzherzog war und den Südslawen, mit denen sie um Unterstützung gegen Bela Khun verhandelt hatte, ausdrücklich sich hatte verpflichten müssen, keinerlei Versuch zu habsburgischer Reaktion unter­nehmen zu wollen. Es ist also trotz aller Reporterphaniasien und Sozialisten­ängste recht Wohl möglich, daß sich der populäre Erzherzog einfach in den Dienst seines Landes hat stellen wollen. In welcher Weise aber die Entente sich der Einmischung in innere Angelegenheiten fremder Staaten enthält, ersieht man aus der gewundenen Erklärung derTemps", daß, da ein Staatsstreichregime keine genügende Gewähr für die Freiheit der Wahlen zur Konstituante gewähre, den Ententemissionen nebst den Rumänen, die die Entwaffnung des Landes durchzu­führen hätten, die Aufgabe zufiele, die Wahlen zukontrollieren".

Wie sich diese Konstituante zusammensetzen und was dann weiter geschehen wird, läßt sich natürlich noch nicht absehen, klar ist nur soviel, daß vor einer endgültigen Regelung in und mit Ungarn auch an einen endgültigen Friedens­schluß mit Osterreich nicht gedacht werden kann. Die Entente empfindet das auch recht wohl und weiß, daß die Zeit, die während des Krieges ihr Verbündeter war, sich gegen sie wendet und ihr die Möglichkeit, einen wirklich heilsamen Frieden zu schließen, von Monat zu Monat mehr entgleitet, besonders da jetzt, wie das Bekanntwerden des englisch, persischen Abkommens gezeigt hat, auch die inneren Gegensätze im eigenen Lager mehr und mehr hervortreten. Dennoch ist auch hier vor allzu voreiliger Hoffnung auf ernsthafte Zerwürfnisse dringend zu warnen, die allgemeinen Kohlen-, Finanz-, Ernährungs- und Streiknöte kitten die Länder der Entente vorläufig viel zu sehr aneinander, und der angelsächsische Block ist viel zu stark, als daß ihm irgendwelche Verstimmungen der romanischen Völker ernsthaften Schaden tun könnten. Wir leben eben nicht mehr in der Rechen­periode des europäischen Gleichgewichts, sondern in einer neuen, die man späterhin als die des englischen Übergewichts bezeichnen wird. Und damit haben wir uns bis auf weiteres abzufinden. Menenius

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Nochmals das Fiihrertum im Heer. Die

Ausführungen in Nr. 21 der Grenz­botenvom wahren Führer- tum" sind vielen ehemaligen und gegenwärtigen Angehörigen des Heeres aus dem Herzen gesprochen. Dem Leier wird das Vorbild eines an die Spitze einer Truppe gestellten Führers vorgeführt, er verfolgt mit Vergnügen des Verfassers Dienstlaufbahn von unten bis zum hohen

Wirkungskreis und fühlt, daß das. was der Verfasser über das F-ihrcrium nut­teilt, der Ausoruck semer inneren Über­zeugung ist. Und doch kann dem Lob, das der Verfasser dem ehemil'gen Führer, dem Berufssoldaten, in. reichem Maße spendet, nicht in allen Punkten beigetreten werden. Wenn wirklich alle oder die meisten Berufsoffiziere! von dem bolzen Pflichtgefühl und Gerechtigkeitssinn durch-