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Maßgebliches und Unmaßgebliches
Das ist beredt genug urid in Frankreich sind bereits die ersten Anzeichen neuer Verstimmung bemerkbar. Aber es ist kaum wahrscheinlich, daß England sich in dieser Atigelegenheil von andern Rücksichten als denen der Zweckmäßigkeit leiten läßt. Ein» 10 günstige Gelegenheit wird kaum jemals wiederkehren. Kann man die Amerikaner nichl dazu bekommen, das Odium der Besetzung auf sich zu nehmen und die Kastanien aus dem Feuer zu holen, will man es lieber selbst tun, zumal gerade jetzt alle, übrigen Mitbewerber, Österreich sowohl wie Nußland, ohnmächtig sind nnd Frankreich an den Wunden des Krieges danieder liegt. Bezeichnend sür diese Tendenz ist dann anch, daß man sich bei den Verhandlungen über den balgarischen Frieden ein paar Möglichkeiten offengelasseir hat, eine englische Konslaniinvpelbcherischung gleich gehörig auszunutzen. Man bemüht sich nnmlich ganz unverstcckter Weise einen Bund der Baltcmuölker zustande zu bringen, denen gegenüber England dann etwa dieselbe Stellung einnehmen würde wie einstmals Nußland, oder falls dies unmöglich sein sollte, entweder ein neutrales Mazedonien zu schaffen oder die thrazische Küste zwar Griechenland zu überlassen, Saloniki aber zu neutralisieren.
Die französische Diplomatie aber ist fortdauernd durch den Budapester Hexenkessel und die Angst vor einer Habsbmg-Restauration abgelenktI
Menenius
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Die deutsche Burschenschaft hat in der
ersten Augnstwochs ihren eisten ordentlichen Burschen tag nach dem Kriege in gewvhnter Weise zu Eisenach abgehalten. Diele Zusammenkunft veonfprucht eine besondere Bedeutung voll geschichtlicher Schwere, da der Zug der mehr als fünfhundert Teilnehmer zur Wartburg, der am Sunntngmorgen im regem»iichen Grün des sonnig durchleuchteten Bcrgwaldes stattfand und iu einer ernsten Gedenkfeier sür die Gefallenen im stillen Burghose seinen Sin» hnue, einen: zweiten Wanburgieste glich und da in den arbeitsreichen Verhandlungen liefere Fragen als sonst befprnchen und wichtige Beschlüsse gefaßt wurden, Nebenbetbemerli nahm bei dieser Gelegenheit die Burschenschaft auch zu der Früge des Wechsels der Neichssarben, die in diesen Blättern bereits verschiedentlich behandelt wurde, ungefähr im Sinne des Aufsatzes „Das Banner schwarz-rot-gold" in Nr. 26 unserer Zeufchrift Stellung, Es wurde der Farbenwechsel sür unnötig und beklagenswert erklärt. Die Zeitungen tnachien darüber näheres. Indessen muß es aussallen, daß der „Vorwärts" in seiner Nummer vom
10, August zwar diese Entschließung zum Anlaß einer etwas eigenartigen Polemik nimmt, doch im übrigen vom Bnrschenlage gnr nichts zit sagen weiß. Aus zweierlei Gründen muß das cnifchieden sehr ouffallen. Der „Vorwärts" hielt es wieder für nichtig, etwas dünkelhoit und von oben herab über „diese outubemittzten Jünglinge" mw, za reden. Demgegenüber wäre zu bemerken, daß dort wirtlich nicht unreife Jünglinge in Betracht kamen, sondern Kriegsteilnehmer gegen Bütte und Ende der zwanziger Jahre, die zum großen Teil sich ihre inneren Organe zugrunde richten oder ihre Glieder zusammenschießen ließen. Ehemalige Oifizn're traten in reicher Anzahl hervor, auch Kamps' fliegen waren darunter. Ader die Teilnehmer- schalt beschränkte sich nicht auf Studenten. Es gab unter den Vertretern der Altenherren- kreise angesehene Gelehrte von Zins, führende Männer der Industrie, bekannte Namen aus der parlamentarischen Welt und Schriftsteller von Geltung, Jedoch selbst wenn es sich nur um sehr junge Studenten gehandelt hoben würde, wäre der Einwurf des „Vorwärts immerhin merkwürdig genug. Denn diese