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Zur ostasiatischen Frage
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Bals'anwirrnis

schaftlieber Hinsicht verlieren, sondern auch an ihrem bisher sehr großen moralischen Einflüsse jetzt starke Einbuße erleiden werden, jetzt, wv die Chinesen dasimr pls.^" des großen Bruders jenseits des Pazific cim eigenen Leibe kennen gelernt haben.

Man möchte setzt diese unangenelime Sache, daß man die Chinesen in ihrer Not schmählich des eigenen Vorteils wegen im Stich gelassen Hot, seitens der Vereinigten Staaten natüilich gern veriuicben und verbreitet alle möglichen Nachrichten, die verweben, die Schuld auf ande>e Schrillern abzuwälzcu und um wie man in der Politik zu sagn, Pflegt wieder eine weihe Weste anzuhaben. So b>achte vor tmzem dieChicago Tribune" eine längere Meldung, am 3V, Aprit habe der Rat der Vier im Hause Wilions zu Paris eine geheime mündliche Abmachung getroffen, wonach Japan sich verpflichtet habe, Tsinglau zu einein intelnaiionalen Haien zu machen und eine neue Eiienbahngesellschaft zu gründen, die gemeinschaftlich mit den Chinesen die Tsingtau-Hnnan-Eisenbahn leiten sollte. Japan habe ferner mündlich versprochen, Tsingtau nicht als japanischen Haien zu behalten, sondern es zu einem Freihafen wie Shanghai zu machen und es an China zunickzngcben' die Japaner hatten es jedoch abgelehnt, ein Datum für diese Übergabe festzulegen). Schon der letzte Satz zeigt, daß diese Nachricht ebenso wenig wie die andere» Meldungen dieser Art Anspruch auf Wahrheit und Glaubwürdigkeit wachen kann, daß bestenfalls der Wunsch der Vater des Gedankens ist, und daß man jetzt die Sache so hinstellen null, als ob von einer Jnstich- lassuug Chinas durch die Vereinigten Siaaten nicht die Rede sein tonne, da doch Japan die, Rückgabe Tiingtaus versprochen habe.

Dies alles wird jedoch au dem Tatbestand nichts ändern, daß Wilson die Sache der Chinesen geopfert hat aus Angst. Japan könne die Gleichberechtigung der gelben Rasse in der Einwanderungssrage durchsetzen. Amerika ist hierdurch allerdings noch einmal bor der gelben Flut bewahrt worden. Aber: auf wie lauge noch?

Valkanwirrnis

as jetzt in Osteuropa vorgeht, gibt einen Vorgeschmack von der Herrlichkeit des Völkerbundes und bildet geradezu eine Probe, aufs Eyniipel. Zugegeben, daß der Völkerbund vorläufig nur auf dem Papier des Beriaitler Vertrages steht, aber wie denkt man sich die weitere Entwicklung? Das Ende des Weltkrieges bildete eine einzignrlige Gelegenheit, die Welt von Grund ans neu aufzubauen; hat mau buje. vorübergehen lasten muffen, so ist nicht abzusehen, wann man wieder einen ähnlich günstigen Zeitpunkt erwischen wird.

Was wollen dieVier", bezw. ihre iu Paris sitzenden Vertreter? Den Frieden, gewiß! Und einen dauerhaften dazu. Was steht dem im Wege? Der Wille der'kleinen Völker. Die Tschecho-Slowakeu nnd Rumänen wollen Gebiete, die die Ungani ihnen nicht lasten wollen, die Rumänen streiten sich mit den Serben um das Bannt, mit den Bulgaren um die Dobrudscha. Die Serben wüuscheu ein gesctnvnchies Bulgarien, habe» aber anscheinend selber Mühe, bei sieh im Innern die Rnhe ansteckn zu erhaltn,, nicht nur wcil die .Nroateu völkische So»derwünsche haben, sonder» weil anet? der König von Montenegro Himmel und Hölle in Bewegung fetzt, um die Selbständigkeit seines früheren Landes Zu

S) Vgl.Vossische Zeümig" Nr. 403 dem 11. August 191g.