Beiträge zu Rußlands Ariegsvorbereitungen
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Willensstärke. So sehr der Brite und Franzose danach trachten wird, die Fäden des internationalen Handels und die Herrschaft über die innere Verwaltung in die Hand zu bekommen, so wenig wird es ihm nach harter Pioniertätigkeit auf jungfräulich sprödem Boden gelüsten. Mühevolles Abringen landwirtschaftlicher Bodenprodukte durch zähe Kulturarbeit war anderswo und auch hier noch niemals sein Ehrgeiz. Gar bald wird sein Ruf vernehmbar werden: „Qerumns to tlie krönt!"
Die gesetzlichen Vorschriften zur Erschwerung deutscher Niederlassung, die beide Mächte möglicherweise durchsetzen könnten, werden in der Praxis lange nicht so heiß gegessen als gekocht werden. Den Interessengegensätzen unter ihnen selbst verdankt z^umal die Türkei, daß sie bis jetzt noch am Leben geblieben ist, da beide über die Grenzen ihrer „Einflußzone" sich noch immer nicht einigen konnten und eifersüchtelnde Gegenmaßnahmen zwischen ihnen noch auf lange Zeit den Dritten ersreuen werden. Als nicht zu unterschätzendes Gegengewicht tritt auch die offenkundige Feindseligkeit gegen ihre Brüder von der Entente und gegen die Griechen seitens der Italiener, da sie sich insbesondere in den Küstenstrichen am Mittelmeer stiefmütterlich behandelt fühlen und Verbrüderungen mit den Türken öffentlich kundgeben.
Die Wiederanknüpfung der Fäden zum Auslande wird in Vorderasien nicht schwerer sein, als in anderen Ländern. Zwingt der Feind uns zum äußersten Mittel der Bevölkerungsabgabe, so wird der Deutsche aus diesem Mittel sich die Hauptwaffe schmieden müssen, neu erwachtem Volkstum die Wege zu bahnen. Allem Bemühen unserer Unterdrücker zum Trotz werden wir — hierin liegt unsere geschichtliche Aufgabe — mit unseren Auswanderern überall in der Welt ein starkes, bodenständiges Deutschtum schaffen, aus dem deutsche Wertgeltung neu erstehen kann. Feindliche Hemmungen werden sich allerorten geltend zu machen suchen. Wir werden sie in Rechnung stellen müssen, gewißI Auf die Dauer unüberwindbar werden sie deutschem Zielbewußtsein aber selbst in Ländern mit chauvinistisch verhetzter Bevölkerung nicht sein, um wieviel weniger dort, wo deutsche Art Klang und Ruf weckte, wie kaum sonstwo in der Welt.
Beiträge zu Rußlands Ariegsvorbereitungen
Aus russischen Originaldokumenten von G. Frantz, Major im Generalstabe ^
ie Denkschrift der deutschen Friedensdelegation zur Schuldfrage weisi^darauf hin, daß die russischen Mobilmachungsvorbereitungen in den letzten Jahren vor dem Kriege wesentlich verbessert und gesteigert worden waren.
Daß es sich bei diesen Verbesserungen nicht lediglich um „ Vorsichtsmaßnahmen handelte, daß sie vielmehr bewußt den in Bälde beabsichtigten Krieg vorbereiteten, ist in mehrfachen Veröffentlichungen der letzten Zeit nachgewiesen, besonders in der Schrift „Rußlands Mobilmachung für den Wellkrieg" (Berlin 1919, E. S. Mittler 5 Sohn). Zu den in dieser Broschüre nn großen Rahmen gezeichneten Kriegsvorbereitungen lassen sich aus russischen Originalakten, die sich in unseren Händen befinden und inzwischen der Bearbeitung zugänglich wurden, einige ergänzende interessante Einzelheiten entnehmen.
Einem Befehle des Militärbezirks Warschau vom 14./27. Oktober 1913 (Jr. Nr. 3065) zufolge hat der Generalstab im Laufe mehrerer Jahre eine Reihe von Maßnahmen durchzuführen, die nicht nur auf eine Vervollkommnung d.er Organisation des aktiven Heeres, sondern überhaupt auf einen Ausbau der bewuffneten Macht des Reiches hinzielen. Die Durchführung dieses Programms
Grenzboten IZI 1919 14