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Siegersorgen
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bereit, mit der Regierung zusammenzuarbeiten, falls Vorsorge zu sparsamerer Wirtschaft, zu der Sankey den Weg gezeigt habe, getroffen und ferner binnen dreier Monate ein Gesetz zur Verstaatlichung der Bergwerke eingebracht würde. Dieser Drohung aber hat die Regierung bisher nicht nachgeben wollen, trotzdem in Jorkshire und East Kent neue Streiks ausgcbrochen waren, denen Teilstreiks in Südwales und Monmouth gefolgt sind.

Inzwischen hat sich die Lage bedrohlich zugespitzt. Eine ganze Anzahl von Industrien leiden bereits unter empfindlichem Kohlenmangel, die Streiks haben sich nach Lancashire und Nottinghamshire ausgedehnt und was das schlimmste ist: in Uorkshire ist auch das technische Personal ausständig, so daß die Gruben in Gefahr sind zu ersaufen. Die Regierung nutzt dies freilich energisch aus, um gegen die Arbeiter Stimmung zu machen, sieht sich aber genötigt. 5000 Matrosen zur Be­treibung der Pumpwerke zu entsenden, die natürlich als Streikbrecher angesehen werden. Die allgemeine Erregung ist infolgedessen so sehr gestiegen, daß es in London bereits zu Straßenkämpfen mit amerikanischen Truppen gekommen sein soll. Jedenfalls deutet alles darauf hin, daß es in den nächsten Wochen zu einer Machtprobe zwischen Regierung und Arbeiterschaft kommen wird. Fällt diese zugunsten der Arbeiter aus, so würde damit ein weiterer und sehr wichtiger Schritt zur Kolonisierung Europas durch Amerika getan worden sein, da England dann, vorausgesetzt, daß die Arbeiter ihre Ansprüche an die Lebenshaltung nicht heruntersetzen, gegen den amerikanischen Wettbewerb, der jetzt bereits bedrohlich ist, aufzukommen nicht in der Lage sein dürfte, besonders da auf eine nennens­werte sozialistische Bewegung in Amerika anscheinend nicht zu zählen ist. Wie aber steht es jetzt mit dem berühmten Ausspruch derSsturäa^ Kevisw":Wenn Deutschland morgen aus der Welt vertilgt wird, gibt es übermorgen keinen Engländer, der nicht um so reicher wäre"? Jmperialistenweisheit!

Menenius

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DaS Weichsellaud ei» uralter Heimatboden der Germanen. So lautet der Titel eines im Verlag von Kafemann in Danzig eben erschienenen Büchleins, das den bekannten) vorgeschichtlichen Forscher Professor Gustav Kossinna zum Ver­fasser hat.

Die Ergebnisse der vorgeschichtlichen Forschung ziehen in der kleinen Schrift an uns vorüber: Nach der letzten Eiszeit (etwa seit 9000 vor Christus) kamen als erste Menschen in das Ostseegebiet das indogermanische UrVolk. Die Jndo- germanen spalteten sich bald in zwei Zweige, den südlichen, der zur Donau hin­wanderte, und den nördlichen, der im Ostseegebiet blieb. Zu den Süd-Jndogermanen gehören u. a. die Slawen; den Kern der Nord-Jndogermcmen bildeten die Germanen und Nordillyrier (Veneter). In der Zeit von 40002000 vor Christus überwogen im Ostscegebiet die Germanen fast vollständig. Ihre größte Siedlungsdichte hatten sie an der Netze und der Weichsel zwischen Thorn und Graudenz. Das Gesamtgebiet ihrer Verbreitung reichte von Schleswig bis zu den Nokitnosümpfen. In der Bronzezeit (20007S0 v. Chr.) trennten sich die töpfereikundigen Nordillyrier durch die untere Oder scharf von den bronzekundigen Germanen im Westen. Die Eisenzeit brachte dem Weichsel- und Oderland Vandalen mit ihren Steinkistengräbern, dann als zweite Welle die Nugier und Burgunder und schließlich als dritte Welle germanischer Überflutung die gotischen Gepiden mit ihrer Erdbestattung. Erst die Entblößung der Ostgebiete durch die Völkerwanderung (seit 1ö0 n. Chr.) gestattete ein allmähliches Vorgehen der Slawen, die im Südosten Europas wohnten, und die sich seit dem 7. Jahrhundert zu Herren des Gebietes machen. Aber schon im 12. Jahrhundert kommen wieder