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Deutsche Bücher zur Geschichte nud Politik. I. Geschichte des preußischen Offizier- korps von Felix Priebatsch. Breslau 1919. Priebatsche Verlagsbuchhandlung. 2,40 M.

Durch die Verhandlungen in der Nationalversammlung, die kürzlich die Vorlage über die Entschädigung der Offiziere einer Kommission überwies, ist das Schicksal des deutschen Offizierkorps, das von gegenwärtig 20 000 Mitgliedern bis Ende März 1920 auf 4000 herabgesetzt werden muß, auch deu militärfernstehcnden Kreisen in seiner ganzen Tragik verdeutlicht worden. Was soll mit den plötzlich aus ihrer Berufsbahn gerissenen Tausenden geschehen? Daneben erhebt sich die Frage nach den politischen Folgen der Ausschaltnng eines so kompakten und ge­schlossenen, von eindeutiger Lebensauffassung erfüllten Standesblockes. Wenn auch der Grund des Zusammendrucken vom November 1918 ein anderer ist als der Preußens in den Jahren 1806/07, so hat die heutige Lage des Offizierkorps mit der damalige« doch starke Ähnlichkeit. Für den besonnenen praktischen Politiker liegen hier Erfahrungsmaterialien vor, die er nicht vernachlässigen darf und die sich durch die Verfolgung des eigenartigen historischen Entwicklungskreislaufes der kurfürstlichen Söldnerführer über den kaiserlichen, stnndesbevorzugten Offizier zum Söldnerführer der deutschen Republik au der Hand des bemerkenswerten Buches von Priebatsch vertiefen lassen. Gegenüber demCrucifige" einer urteils- losen, verhetzten Radikalistenmasss darf man es als besonders verdienstlich be­grüßen, daß ohne ängstliche Vorbehalte die Haupttatsachen aus der Geschichte des preußischen OsfizierlvrpZ im Guten wie im Tadelnswerten leidenschaftslos dar­gestellt werden und so einer gerechteren Würdigung, als sie die enttäuschte Gegen­wart naturgemäß aufzubringen vermag, den Weg ebnen. Man wird in Einzel­heiten dem Alltor kritisch gegenübertreten müssen, in den großen Zügen trifft er den Nagel auf den Kopf, wenn er zusammenfassend charakterisiert:Von vielen Kriegerkasten meldet die Weltgeschichte. Von keiner erfahren wir aber, wie von der preußische», von den gleichen, jahrhundertelang auf derselben Höhe stehenden Leistungen, von gleich gewaltigem Schicksal, der gleichen umbildenden Erzieher­tätigkeit, die das ganze Volt nmfaßte und durchdrang. Keine ist so oft in jähem Wechsel Werkzeug ihrer .Könige und dann wieder selbständiger, wenn anch nicht immer erfolgreicher Träger der nationalen Entwicklung eines großen Volkes ge­wesen wie sie. Keine andere ist auch, mochte sie in ihrem Stolze selbst oft das Maß überschreiten, dem Ideale Spartas, der Standesgesinnung armer, ehren­hafter, gleichberechtigter Krieger, so treugeblieben wie sie." Dr. R,

Allen Manuskripten ist Porto hinzuzufüge«, da andernfalls vei Ablehnung sine Rücksendung

nicht verbürgt werden lann.

Nachdruck siwiMchcr Ansiiihc »«r mit »nsdrit-klicher «rla«»ni» de« »eNattet. Verantwortliche Dr. Mathilde Kelchner in Berlin-Halensee. Mannsknptfenduuaeu und Briefe werden erbeten

unter der Adresse:

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