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Die rationelle Ausnutzung unserer Kohlenvorräte
Erfordernissen am wenigsten verschließen, die diese Aufgabe in der gegenwärtigen Lage nun einmal stellt.
Was aber für die Peripherie gilt, das gilt auch für die Zentrale. Die unerläßliche Anknüpfung engster Beziehungen namentlich auf kulturellem Gebiete muß auch im Mutterlands nicht vom engen Boden einer einzelnen Partei aus erfolgen, sondern muß von vornherein auf die breitere Grundlage eines außerparteilichen Zusammenschlusses gestellt werden. Diese Aufgabe hat sich für das Grenz- und Auslanddeutschtum der „Deutsche Schutzbund für Grenz- und Auslanddeutsche" gestellt, der einen losen Zusammenschluß aller bestehenden Organisationen bezweckt, die unter örtlicher Begrenzung die Weckung und Stärkung nationalen Zusammenhangsgefühls der Grenz- und Auslanddeutschen anstreben. Und im Nahmen dieses „Deutschen Schutzbundes" ist mit dem „Zweckverbande Ost" eine Zentrale geschaffen worden, die alle bodenständigen nationalen Organisationen des deutschen Ostens unbeschadet ihrer Eigenart und Sonderziele zusammenfassen und ihnen die Vorteile einer gemeinsamen Vertretung in der Reichshauptstadt bieten will. In den Fragen des inneren Ausbaues läßt also der „Zweckverband Ost" ebenso wie' der „Deutsche Schutzbund" den angeschlossenen Organisationen vollste Freiheit, erst recht liegt ihnen nichts ferner, als eine Bekämpfung und Ersetzung der Parteien und eine Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten, wohl aber vertreten beide den grundsätzlichen Standpunkt, daß die Aufgabe der nationalen Sammlung des Grenz- und Auslanddeutschtums außerparteiliches Gepräge trägt und daß die Inangriffnahme dieser Aufgabe durch die einzelnen Parteien zu einer unheilvollen Zersplitterung und Kräftevergeudung führen müßte.
Von diesem Gesichtspunkte aus und im Hinblick auf diese bereits bestehenden Organisationen stellen sich dem Plane ernste Bedenken entgegen, der auf dem deutschnationalen Parteitage zur Erörterung gekommen ist. Es wäre lebhaft zu begrüßen, wenn die Deutschnationalen hier mit dem Beispiele vorangingen und nicht als Partei, wohl aber mit den Kräften an Arbeit und Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, sich grundsätzlich bereit erklärten, diese außerparteilichen Schutzorganisationen nach Möglichkeit zu unterstützen und damit deren Arbeit erst auf die breite Grundlage zu stellen, auf der ollein sie gedeihen kann. Es wäre damit zugleich ein Präzedenzfall für die wichtige Aufgabe geschaffen, unser politisches Leben aus der parteipolitischen Verengung und Mechanisierung herauszuführen, das starre System des parlamentarischen Mechanismus gelenkiger zu gestalten und durch solche Auflockerung einer Erneuerung unseres politischen Lebens den Boden zu bereiten, die allein eine Lösung der Überfülle politischer Probleme ermöglichen kann, wie sie unseres Volkes in dieser Notzeit harren.
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Die rationelle Ausnutzung unserer Aohlenvorräte
<Lin dringendes Gebot der Stunde von Professor Dr. M. Halbfaß
u den wenigen natürlichen Reichtümern, wenn man überhaupt diesen Ausdruck noch gebrauchen darf, über die Deutschland nach dem Gewaltfrieden zn Versailles noch verfügt, gehören in erster Linie seine Kohlenvorräte. Zwar sind die Saarkohlen schon seinem Einfluß entzogen und den Oberschlesischeu Kohlen droht das gleiche Schicksal, während das dritte große Kohlenrevier, der Ruhrkohlen- bezirt, zwar vorläufig noch deutscher Besitz ist, den lüsternen Blicken der Westmächte gegenüber aber auch gefährdet erscheint und überdies unter den unauf-