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China und Japan
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Besorgnis äußern, die japanfeindliche könnte sich in eine allgemein fremdenfeindliche Bewegung verwandeln, daß sie laut, um Japan zu schrecken, für Korea Selbständigkeit fordern, daß Australien sofort den KreuzerSibney" nach Singapore entsandt und den Belagerungszustand hat proklamieren lassen und daß endlich, offenbar als japanische Gegenmaßregel, in Peking englandseindliche Pamphlete verteilt werden, die die Aufmerksamkeit von den Japanern abzulenken versuchen.

Dennoch ist es, wenn auch der Völkerbund die Gelegenheiten zu Reibungen beträchtlich vermehren wird, nicht wahrscheinlich, daß es in der nächsten Zeit im fernen Osten zu ernsthaften und folgenschweren offenen Zusammenstößen kommt. JapauZ Übergewicht über China ist zu groß und der Vorsprung, den es bei der Erschließung Chinas während des Krieges vor den andern Mächten gewonnen hat, zu gewaltig, seine Stellung nach dem Ausscheiden Nußlands zu fest, als daß China oder eine der weißen Mächte einstweilen mit Aussicht auf Erfolg versuchen könnte, Japans Ausbreitung mit Gewalt zu hindern. Frankreich kommt als Gegner kaum mehr in Betracht, Amerika ist vorläufig mit der Kolonifierung Europas ausreichend beschäftigt und England wird erst wieder Kräfte sammeln müssen, um diese einzige schwache Stelle seines Imperiums zu schützen. Zu einer innerlichen Erstarkung Chinas aber würde es Jahrzehnte brauchen, während deren die schneller lebenden Japaner längst die gesamte Küste und moderne Industrie Chinas in ihre Gewalt gebracht haben werden. Das Schicksal schreitet langsam, aber wird nie voir seinem Wege abgelenkt, und es wäre sonderbar, wenn die Engländer einen Verrat in Rassefragen nicht teuer bezahlen müßten. Menenius

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ar mancher ist übersättigt von den sich drängenden literarischen Erzeugnissen, die den Tagesfragcn gelten und greift gern nach der von den Zeitumständen unabhängigen Literatur, nicht zuletzt zu den Werken, die einen Ehrenplatz in unserem Schrifttum einnehmen. Zu oen erfreulichen Aufgaben der literarischen Berichterstattung gehört die Anzeige, daß altvertraute Werke von anerkanntein Wert neu aufgelegt worden sind, eröffnet sich doch gerade hierdurch ein Einblick in das geistige Leben der Nation: Bücher, die nicht mehr gelesen werden, werden nicht neu aufgelegt, nur wo Widerhall zu erwarten ist, lohnt eine Neuausgabe. Die einsige Arbeit des Buchhandels auf diesem Gebiet in der jüngsten Vergangenheit ist somit als ein Lichtblick zu bezeichnen, da sie zweifellos einein Bedmfnis ent­gegenkommt. Nicht minder erfreulich ist das rastlose Streben einiger Herausgeber, Büchern, die durch neue Forschungsergebnisse in ihrer ursprünglichen Bedeutung herabgesetzt zu werden drohen, durch Neubearbeitung und Ergänzung auf die Höhe des gegenwärtigen Standes der Wissenschaft zu heben. Solche hingebungsvolle Arbeit finden wir auf mannigfachen Gebieten der Geisteswissenschaften.

Schon einmal in Heft 41 v. I. hatten wir Gelegenheit, auf die Neubearbeitung des alten Weberschen Geschichtswerks durch Ludwig Nieß hinzu­weisen. (Georg Webers Weltgeschichte", in zwei Bünden vollständig neu be­arbeitet. Erster Band Altertum und Mittelalter, zweiter Band Neuzeit und Ncuste Zeit. Verlag von Wilhelm Engelmcmu, Leipzig 1918. Preis Bd. I geheftet 18 M., gebunden 22 M, Bd. II geheftet 20 M., gebunden 25 M.) Es geschah anläßlich des Erscheinens des ersten Bandes. Nunmehr liegt auch der zweite Band im Umfang von nicht weniger als 1083 Seiten vor. Er führt uns bis zu den düsteren Novembertagen 1918. Vermag die naturgemäß skizzenhafte Schilderung der letzten Jahre mit ihren wuchtigen Entscheidungen lediglich einem im wesentlichen logischen Bedürfnis zu entsprechen, so kennzeichnet dieses Vorgehen doch auch das Bestreben von Ludwig Nieß, trotz aller notwendigen Beschränkungen, abgeschlossene Bilder zu bieten, von der seine gesainte Neubearbeitung getragen ist. Trotz des ver­änderten Gewandes, in dem das Werk jetzt vorliegt, ist es für dieselben Kreise bestimmt, die den alten Weber bisher benutzten und schätzten. An seiner Hand