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Ldmond Rostand und Paul Margueritte
Worte zu tun ist, sondern auch um die Tat, beweisen sie durch die beigegebene „Petition an die Verfassung gebende Nationalversammlung", ferner durch die bereits mit mehr als hunderttausend Unterschriften bedachte „Entschließung, vorgelegt von dem Reichsausschuß zum Schutze des humanistischen Gymnasiums", sowie durch zwei weitere Kundgebungen zur Regelung des höheren, insbesondere des gymnasialen Schulwesens.
Manches, was sich in dem angezeigten Buche noch nicht sagen ließ, wird der Freund des Gymnasiums von einem zweiten Werke erwarten dürfen, das unter dem Titel „Vom Altertum zur Gegenwart" demnächst gewissermaßen die wissenschaftliche Grundlage für jenes bringen soll. Wir werden nicht versäumen, auch über dessen Inhalt unseren Lesern alsbald nach dem Erscheinen ausführlich zu berichten.
Gdmond Rostand und Paul Margueritte
Die Entwicklung der französischen Literatur in den letzten Jahrzehnten
von Professor Adolf Zauner
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ür ldas französische Schrifttum ist der Schluß des abgelaufenen ! Jahres verhängnisvoll geworden. Komm hatte die Akademie durch ! den Tod Pierre Lotis eines ihrer Mitglieder verloren, so traf sie ^em neuer Schlag, indem Edmond Rostand am 3. Dezember der Grippe erlag. Wenige Wochen darauf, am Tage vor Neujahr, ^ starb Paul Margueritte, der allerdings nicht zu den „Unsterblichen" gehörte, aber doch eine rühmliche Stellung unter den Schriftstellern des zeitgenössischen Frankreich einnahm. Rostand und Margueritte haben in ihrer literarischen Tätigkeit so gut wie nichts gemeinsam, aber sie sind, jeder in seiner Art, typische Vertreter der Strömungen, die die französische Literatur der letzten Jahrzehnte durchfluten.
Diese Strömungen sind ungemein mannigfaltig und dadurch erhält die Literatur dieses Zeitraumes ein äußerst buntes Ansehen. Sie haben im Grunde nur ein gemeinsames Merkmal und dieses ist negativ: sie sind alle Anzeichen der Abkehr vom Naturalismus. Am Beginne der achtziger Jahre des verflossenen Jahrhunderts hatte die naturalistische Schule, hauptsächlich dank der machtvollen Persönlichkeit Zolas und Maupassants, fast die Alleinherrschaft an sich gerissen. Freilich war dies nicht in dem Maße der Fall, wie man es außerhalb Frankreichs gewöhnlich glaubt. Es sind genug bedeutende Schriftsteller, die sich außerhalb des Naturalismus hielten, ja sich in Gegensatz zu ihm stellten; doch ist es unleugbar, daß die große Masse des LesepublÄums ganz im Banne der naturalistischen Literatur stand und daß naturgemäß die Mehrzahl der Schriftsteller mittleren Ranges in das Horn des Zolaismus stieln. Und so konnte Zola, der sich zum gelesensten Romanschriftsteller Frankreichs und zu einem der berühmtesten der Welt emporgeschwungen hatte, der Meinung sein, daß die von ihm begrünbete Richtung die Nomanform der Zukunft darstellen werde. Er hat sich in diesem Sinne wiederholt in seinen „KomanLiors naturalisteZ" ausgesvrocben. Indes der Schöpfer der Rougon-Macquart täuschte sich in seinen Prophezeiungen. Wie es gewöhnlich der Fall ist, vermochte er die Bewegung, in der er mitten inne stand, nicht zu überblicken und zu beurteilen. Er merkte nicht, daß viele Schriftsteller, die er zu seinem Kreise rechnete — wie Daudet, die Goncourt — in wesent-