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abgelehnt wurde, muß mau sich mit diesem Gedanken wohl vertraut machen. Der jetzige Ministerpräsident Bauer wies bei dieser Gelegenheit darauf hin, daß ein Wirtschaftsparlament eine große Gefahr für die Zukunft bedeute.
So ist also der augenblickliche Stand der Dinge. Unklar, verworren! — Es bleibt nun abzuwarten, was der Gesetzgeber bringeu wird. Die Materie ist außerordentlich schwierig. Zum Nutzen unserer Volkswirtschaft hüte sich deshalb die Regierung vor voreiligen Schritten und behandle nicht die Arbeitgebor wie Schachfiguren. Die deutsche Unternehmerschaft will nicht das Trugbild einer „formalen" Gleichberechtigung mit den Arbeitnehmern, welches in Wirklichkeit nur die Einleitung zu ihrer Erdrosselung ist, sondern cle meto „volle" Gleichberechtigung.
Mit dem 13. November wurde in ehrlicher Absicht die Stufe erklommeu, ans der die Arbeiter und Unternehmer wie ihre Rechte gegeneinander wahrende und abwägende freundnachbarliche Parteien untereinander leben, in sich das stolze Gefühl tragend, daß sie es sind, die den Fortschritt und den Wiederaufbau des Reiches gewährleisten und daß von ihrer gedeihlichen Gemeinschaftsarbeit ein großer Teil unserer Kulturentfaltung abhängt. Dieser Gedanke muß in unseren: Volk tiefer Wurzeln schlagen, soll das Fundament der Volkswirtschaft nicht in Trümmer gehen. Noch ist es Zeit! Es bedarf nur des guten Willens zur Einsicht!
Italien
Deutschland die Unterschrift verweigern, so wäre das sehr unklug gehandelt. Es wäre leicht zu beweisen, daß der Friede, sofern man nur die Gesmntlage Deutschlands, das lediglich den «M ZH^-^ Krieg, den es selbst gewollt, verloren hat, in Betracht zieht, für den Besiegten mehr Chancen bietet, al s für den Sieger und namentlich ^Mh^W als für Frankreich. Selbst nach Zahlung der Ersatzkosten wird Deutschlands Lage nicht viel schlimmer sein als die unsrige. Deutschland wird dann ganz nah vor dem Ruin stehen, aber sind wir so weit davon entfernt?"
Es kann gar keinem Zweifel unterliegen, daß diese wahrscheinlich ehrlich überzeugten und keineswegs zu bloßen Propagandazwecken niedergeschriebenen Worte Alexandre Varennes in „L'Henre", was Frankreich betrifft, der Wahrheit sehr nahe kommen. Frankreich ist heute ein Sieger, der aus tausend Wunden blutet und dem selbst das zähe Festhalten an der ihm zunächst liegenden Beute, dem linken Nheinufer, nur unter Aufgabe anderer Ziele, die es bisher gleichfalls für wesentlich aehalten hat, möglich ist. Was aber von Frankreich, gilt in noch viel weitcrem Maße für Italien, nur daß dem wohlwollenden Neutralen Frankreich gegenüber, das sich angegriffen und bedroht glaubte, ein gewisses Mitgefühl nicht unmöglich sein wird, während Italien nur die Früchte seiner „heiligegoistischen" Politik erntet.
Diese Politik zeigt in mancher Beziehung trotz aller nationalen Färbungs- unterschieds eine merkwürdige Ähnlichkeit mit der deutschen vor dem Kriege. Die gleiche Kast und Unzulänglichkeit in der Vorbereitung, d,e gleiche geräuschvolle und überströmende, zugleich unsichere und blind anrennende Art des Verfechtens politischer Ansprüche, dieselbe Maßlosigkeit neben seltsamein Verkennen realer Möglichkeiten und tatsächlich maßgebender Faktoren. Erst jüngst noch hat das „Giorncile d'Jtalia" eine Charakteristik dieser Art, Politik zu machen, gegeben, die zu bezeichnend ist, um sie hier nicht anzufnhreu: „Italien muß, vom Auslande aus gesehen, durchaus den Eindruck emes völlig hysterischen Volkes machen. Seine Ansbrüche von Nationalismus, seine Humanitären Krisen, seine Entrüstungsschreie, Proteste, Drohungen. Beziclstigungen, der ständige Widerspruch zwischen seinen ungemessenen Ansprüchen und seiner geringen Anpassungsfähigkeit, all das hat uns die Sympathien des Auslandes aus die Dauer mcht nur entfremdet, sondern auch bewirkt, daß dieses gleichgültig über unser Geschick hinweggeht. Italien hat drei Jahre Krieg auf sich genommen, um such die Feindschaft der Welt zuzuziehen. Zunächst hat es gar zuviel geredet. Die Durchschlagskraft unserer