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Die Umwälzung in der Ukraine
eine wesentlich größere Zahl Deutscher als Polen im strittigen Gesamtbezirk, der durchgehend in den Schichten, die geistige und materielle Bildung und Fortschritt tragen, nahezu vollkommen deutsch ist. Die Lag« der Entwicklung und des Fort- schrilts in jeder Beziehung bei Polen ist damit unschwer zu errechnen. Unter den geistigen Arbeitern ist die Sorge vor der Loslösung deshalb tiefernst, die Sorge der an Zahl überwiegenden Jndustriebevölkerung gilt den schlechten Löhnen und Arbeitsbedingnngen.
Die Landbevölkerung, soweit sie polnisch ist, steht in einzelnen Bezirken der großen Frage aller mehr gleichgültig gegenüber, diejenigen aber, die zu Polen wollen, halten den Indifferenten die Wage. Die oberschlesische Polenbcvölkerung dagegen will deutsch bleiben, sie ist so gut wie ausschließlich industriell und deshalb auch ausschließlich zu dem höheren deutschen Stande von Kultur, Wirtschaft und Sozialisinus geneigt.
Lassen wir, die wir in vierzehnlngiger Fahrt durch die Ostmark Land und Leute kennen lernen durften, unsern gemeinsamen Eindruck sprechen: Von Oberschlesien bis Domzig ein Volk in Seclennot um Heimatherd und Vaterland. Ein Wort hallt mir nach, das uns zukunftsbange macht für die Ruhe eines ganzen Kontinenis: Wir sind Deutsche und wollen deutsch bleiben!
Die Umwälzung in der Ukraine Ende W8 und der Abtransport des deutschen Vesatzungsheeres
Von G. Frantz, ülcijor im Gencralstabe
er Ausstand in der Ukraine Ende 1918 begann seine Schalten vorauszumerfen mit dem Beginn der Revolution in Ostsireich.Ungarn, seine Anfänge folgten sehr bald der Revolution in Deutschland. Als der Hetman Anfang November verlangte, das Ssitschen-Negiment in Bjelaja Zerkow zu entwaffnen, war es bereits zu spät. Der Stein war bereits im Rollen. Der Herd des Aufstandes lag in Bjelaja Zerkow, sein Werkzeug war genanntes Regiment, eine vom Hetman ge. schaffene, verbältmsmnßig gut disziplinierte und vornehmlich aus galizischcn Ukrainern gebildete Truppe unter Führung von Offizieren, die meist ihre Ausbildung iu der österreich-ungarischen Armee genossen hallen. Sie erhielten schnell starken Zuzug aus Ealizien und aus der nach Hause flutenden k. u> k. Besatzung^« armee, von welcher sie auch in reichstem Maße teils freiwillig, teils gegen Bezahlung, teils mit Gewalt Ausrüstung und Waffen aller Art bekamen. Von den Revolutionären war sehr gut vorgearbeitet, der Zeilpunkt sehr glücklich gewählt und mililärisch sehr geschickt disponiert. Es liegt auf der Hand, daß der Aufstund nur dann gelingen konnte, wenn unsere Truppe versagte. Letztere Gewißheit konnten sich die Aufsiäudischen sehr leicht durch Agenten verschaffen, zumal die S.-Näte mit ihrem Programm nicht hinter dem Berge hielten.
Der Aufstand griff sehr schnell von Bjeleja Zerkow nach Fastow, Verditschew und Kasatin über, den Widerstand der Hetmanorgcme ohne Schwierigkeiten brechend und sich damit in den Besitz der wichtigsten Vahnknoleupunkte setzend. Aber nicht nur die für uns so wichtige Bahnlinie Kiew—Goloby mit den einmündenden Bahnen von Süden bekamen sie sehr schnell in ihre Hand, sondern überhaupt ein Gebiet, in dem gewaltige Vorräte aufgestapelt waren, nicht nur an Heeresgut aller Art aus der russischen Zeit, sondern vor allem auch von uns eing'MufteVorräte an Zucker und Getreide, die des Abtransportes in dieHeimat harrten oder der Verpflegung der Truppen dienten. Wie geschickt die militärische Operations-