Mitteilungen
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Verantwortlich: Carl Georg Bruns
Nr. 11
Schriftleitung: Bromberg, Weltzienplatz Ilii
21. Mai 1919
Fernruf Nr. 321
Inhalt: Glossen — Materialien zur ostdeutschen Frage: Westpreußen in seinem Verhältnis zu Polen — Wohin gehört der NetzedisNill? (Forlsetzung) — Aus den deutschen Volksräten — Pressestimmen — Kleine Nachrichten.
Glossen zum Tage
. In fremden Räumen, in einem Noiquartier, hat sich die Vertretung der Nation zusammengefunden, wie eine letzte Schar Getreuer sich zusammenschließt, wenn das Vaterland in höchster Gefahr ist. Alle sind erschienen, bis auf die Elsasz-Lothringer. denen man das Recht hier vertreten zu seiu jetzt schon abgenommen hat, wie ihnen das Recht genommen werden soll in freier Abstimmung ihr Selbstbestimmungsrecht auszuüben, und wenn ich in Ihren Reihen Kopf an Kopf die Krrtreter aller deutschen Stämme und Länder sehe, die Eiwähllen vom Rheinland, vom Saargebiet, von Oft- und Westpr^ußen, Posen, Schlesien, von Tanzig und von Memel, neben den Abgeordneten der unbedrohten die Männer aus den bedrohten Ländern und Provinzen, die — wenn der Wille unseier Gegner zum Gesetz wird — zum letzten Male als Deutsche unter Deutschen tagen sollen, dann weiß ich mich von Herzen eins mit Ihnen, in der Schwere und Weihe dieser ^lundc über der nur ein Gebot stehen darf: Wir gehören zusammen, wir müssen beieinander bleiben, wir sind ein Fleisch und ein Vlut und wer uns zu trennen versucht, der schneidet mit mörderischem Messer in den lebendigen Leib des deutscheu Volkes! ....
. Ich frage Sie, wer kann als ehrlicher Mann — ich will gar nicht sagen ai-z Deutscher — nur als ehrlicher, verlragstreuer Mann solche Bedingungen eingehen? Welche Hand müßte nicht verdorren, die sich und uns in diese Kessel legt?
(Aus der Rede des Neichsministerpräsidenten Schcidemann vom 12. Mai 1919
vor der Nationalversammlung.)
Und jetzt wende ich mich an unsere Feinde in einer Sprache, die auch sie erstehen uud sage: Remotes estote, inimici, ex osZibus ultor. Auch in Zukunft werden deutsche Frauen Binder gebären und diese Kinder werden die Sllaven- ?» Zerbrechen und die Schmach abwaschen, die unserem deutscheu Antlitz Zugefügt werden soll. Für uns gilt wie in glücklichen Tagen so auch heute das das niemals der Ausdruck selbstsüchtiger NbeiHebung, sondern immer nur „er ltefen Liebe zu unserer Heimat war: Deutschland, Deutschland über alles, uvcr alles in der WeltI
(Präsident der Nationalversammlung Fehrenbach in der Sitzung vom 12. Mai 1919.)
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