Mitteilungen
er ZMMli Billmte Polens md WGMZK
Nr. 7
Verantwortlich: Dr. Max Hildebert Bvehm Schriftleitung: Bvomberg, Weltzienplatz l^i Fernruf Nr, 321
23. April 1919
Inhalt: Materialien zur ostdeutschen Frage: Die wirtschaftliche Bedeutung der Provinz Posen für das Reich. Das deutsche Birnbaum. Das Deutschtum in Stadt und Kreis Nawitsch. Die Armee Haller und die Danziger Frage. Königsberger Kundgebung gegen Abtretung deutschen Landes an Polen.
utermlien zur ostdeutschen Früge
Die wirtschaftliche Bedeutung der Provinz Posen
für das Reich
Einst klang es durch die deutschen Lande: „Nach Ostland wollen wir reiten" — es waren die Jahrhunderte, in denen deutsche Bauern, deutsche Bürger in dichten Scharen ihre Wohnst litten, die ihnen zu eng geworden waren, verließen und diesseits der Elbe sich eine neue Heimat suchten. Im zwölften Jahrhundert setzte diese Wanderung ein. Ende des vierzehnten Jahrhunderts war das Land bis zur Oder u» wesentlichen besetzt und in den wehrhaften Weichselstädten eine Vvrpostenlinie deutscher Wesensart bis in die Weichselgegend vorgeschoben. Zu jener Zeit entstanden im Lande Posen die meisten der jetzt noch vorhandenen Städte, voran Gnesen (vor 1243), Pvwidz, Meseritz, Kostschin. Hohensalza, die deutsche Stadt Posen l12K3), Fraustadt, Schrimm, Rogcisen, Samter, Gostyn usw., später Bromberg (1348) u. a, denen polnische Herrscher deutsches (Magdeburger) Stadtrecht verliehen. Diese vielleicht großartigste Kolonisation aller Zeiten war eine vom einheitlichen Willen und Gefühl des ganzen deutschen Volkes getragene Bewegung. Gitter und Mönch, Bauer und Städter gleichmäßig umfassend, steckte sie sich sowohl ideale wie wirtschaftliche Ziele und fand in beiden ihre Rechnung. Nicht nur gewann damals das deutsche Volk den Raum in Mitteleuropa, dessen es bedürfte, um zu seiner jetzigen Größe und Geltung zu gelangen. Es zog auch retche Vorteile aus den kolonisierten Gebieten, deren Erträgnisse es verdoppelte und im Austausch mit den eigenen Erzeugnissen und denen der übrigen Welt sich nutzbar machte.
Die Verschiebung der weltwirtschaftlichen Verhältnisse durch die Entdeckung des Seeweges nach Indien und von Amerika änderte die Stellung der deutschen -^Mschaft zum Osten. Handel und Gewerbe verfielen und damit lockerten sich Aul) die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen der deutschen Städte in ^vsen zum deutschen Kernlande. Die Bauern, ihres Rückhalts an den Städten geraubt, gerieten unter die Hörigkeit des polnischen Adels. Der Friede von ^horn (14M) war der äußere Ausdruck des deutschen Niedergangs. Snt dieser hört der Nordosten auf, eine Rolle im Gesamtleben deS deutschen Volkes zu lplelen. Zwar erlebte die Provinz Posen nach deut Dreißigjährigen Kriege eine nweue deutsche Einwanderung in die allmählicher Polonisierung anheimfallenden Städte und in ihrem Gefolge auch den Zuzug zahlreicher bäuerlicher Ansiedler,
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