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Nr. 5
Verantwortlich: Dr. Max Hildebert Boehm Schriftleitung: BvombeNg, WsltzienPlKtz 1"i . Fernruf Nr. 321
9. April 1919
Inhalt: Materialien zur ostdeutschen Frage: Der deutsche Charakter der Städte PosenS und Westpreußens. Bentschen eine deutsche Siaot — Aus den deutschen Volksräten — Pressestimmen — Kleine Nachrichten.
üleriülmz zur ostdeutschen Frage
Der deutsche (Lharakter der Städte posens und
Westpreußens
Das wiederholt erwähnte polnische Sammelwerk „Polen" stellt am Beginn semer statistischen Darlegungen fest (S, 63), daß „die qualitative Bedeutung der einzelnen Nationalitäten keineswegs immer der numenschen proportional" sei. Dieser Satz verdient ungeteilte Zustimmung. Er trifft besonders auf die Industrie und das Gewerbe zu; denn hier ist nicht die bleche Zahl der gewerblich Täligen, sondern in ungleich höherem Matze ihre wirtschaftliche Stellung und Kraft von Bedeutung.
Der Sitz von Industrie, Handel und Verkehr sind überwiegend die Städte. ^Wö waren in der Provinz Posen 44640 industrielle und gewerbliche Selbständige, ^etriebs-, Geschäftsletter, überhaupt Personen in leitender Stellung vorhanden; ^avon saßen nur 15338, also etwas mehr als V- auf dem Lande. Das wirtschaftliche Leben in der Provinz, soweit es gewerblicher Natur ist, konzentriert sich ?lso durchaus iu den Städten. — Die Siädte in Posen und Westpreußen sind überwiegend deutsch. Das Sammelwerk „Polen" eikennt für Wesipieußen an, ^ß „die Städte und Seehäfen schon zur Zeit der polnischen Herrschaft iu ziemlich ^»hem Grade deutschen Charakter" trugen, meint aber kurz darauf, daß „die Städte bei der wi-tschafilüren Rückstänoigkeit der Provinz nicht so sehr Lcbens- Zentren des ganzen Landes als vielmehr küi stlich aufgepfropfte Beamtensiedlungen" wen. (S. 71 und 73) Diese letzte Behauptung namentlich schlägt den Tatsachen ws Gesicht. Der deutsche Charakter der S-iidte ist historisch begründet. Polen hat in seiner Geschichte ja nie ein eigems Bürgertum hervorgebracht; Deutsche uno Juden waren stets die Träger städtischen Lebens in Polen; erst in den letzten Jahrzehnten ist ein polnisches Bürgertum in Preußisch-Polen allmählich entstanden. Gerade die wlstprerißischcn Städte haben in der Tat immer „in ziemlich hohem ^rade deutschen Charakter" gehabt, zum Teil, wie etwa Danzig, sind sie stets rein deutsch gewesen; gerade dies ist eine der Hauplfolgen der laugen deutschen Vergangenheit, die und Mc
Agend deutsch/^Für'die Städte "inVganzen zeigt sich dasselbe- 498000 Deutschen Prozent) standen nur 94000 Polen in den Städten gegenüber. Auch in der
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