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Crispi und der Gedanke des Größeren Italiens
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Schulgememden und Schülerrät«

der Ideenwelt des modernen Großitalienertums aufgegangen ist. Gesiegt hatte aber die imperialistische Minderheit durch die nahezu restlose Beherrschung der öffentlichen Meinung schon einige Jahre vorher, seit den Tagen des tripolita- nischen Feldzuges.

Gestützt wird diese Ansicht durch die unverhüllte Art, in der die Minorität ihren wahren Gefühlen Ausdruck verlieh. Ein mir befreundeter deutscher Maler, der lange Jahre in Oberitalien lebte, wurde in einem Gespräch mit einem italienischen Advokaten und Leiter eines Automobilkonsumvereins nach den deut­schen Aspirationen auf die Weltherrschaft befragt. Als er dem Italiener ant­wortete, daß die Masse des Volkes wie alle klar und ruhig denkenden Politiker in Deutschland nicht an solchen Plänen teil hätte, wurde ihm gesagt, er könne ruhig reinen Wein einschenken. Sie, die Italiener, handelten auch nicht anders als die Deutschen, wenn sie nur könnten.

schulgememden und ^»chülerräte

von Professor Dr. Paul Hildebrandt

n der mehr als unglücklichen Zeit, als das Kultusministerium zwischen Konrad Hänisch und Adolf Hoffmann geteilt war und diesem zur Seite derSpartakuspädagoge" Gustav Wynecken stand, ^erblickte einer der am meisten angefeindeten Erlassean die Schüler und Schülerinnen der höheren Schulen Preußens" das Licht der ^ Welt. Ohne irgendwelche Anknüpfung an bereits Dagewesenes fuhrwerkte" er sozusagen in die Organisation der höheren Lehranstalten hinein und bescherte ihnen Schulgemeinden und Schülerräte, ohne auch nur den Vorsuch zu machen, diese organisch in' den Betrieb einzugliedern.

Es kam dazu, daß die Kollegien bei dieser Gelegenheit in echt Wyneckenscher Art angerempelt wurden und daß die gesamte Schülerschaft gerade durch den Wortlaut des Erlasses in ein Mißtrauen gegen ihre Erzieher hineingetrieben wurde, das nicht dazu beitragen konnte, ein besseres Verhältnis zwischen den beiden Faktoren anzubahnen. Und sicherlich das kann man heut offen aussprechen ist die Anbahnung solchen Verhältnisses auch nicht die Absicht Wyneckens gewesen! er hat entsprechend seiner sattsam bekannten Sinnesart vielmehr durch den Erlaß einen Keil auch an den Stellen zwischen Lehrer und Schüler treiben wollen, wo Vertrauen und freudige Gemeinschaft Platz gegriffen hatten. So war die Erregung, die sich der Oberlehrer bemächtigte, als der Erlaß bekannt wurde, durchaus berechtigt. Ein Glück nur, daß Wynecken wenige Wochen darauf schon aus dem Ministerium ausschied und so eine objektive Betrachtung möglich wurde, die sich weniger mit dem beschäftigen muß, was nach Wyneckens Wunsch aus der Ver­ordnung entspringen sollte, als mit dem, was nun die Oberlehrerschaft aus ihm machen wollte. Inzwischen sah sich das Ministerium durch die hochgehenden Wogen der Empörung auch in Elternkreisen gezwungen, für die Schulen, die noch nicht die beiden Einrichtuugen übernommen hatten, neue Normen aufzustellen, die viel behutsamer ausfielen. Die öffentliche Meinung, einmal aufgeregt, ist aber nicht fo leicht zur Ruhe zu bringen. Die Erlasse über den Religionsunterricht und die Trennung von Kirche und Staat taten das Ihrige dazu, die Vorstellung zu verbreiten, das Ministerium wolle das Unterste zu oberst kehren. Bis in die letzte Zeit hinein dauerten die Proteste und Kundgebungen auch gegen den Schul- gemeinoeorlaß, die zum Teil nun auch politische Färbung annahmen, da die rechtsstehenden Parteien sich des Stoffes zn bemächtigen begannen. Das rief