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Wirtschaftspolitik der Sowjetregierung
Seite
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Lrispi und der Gedanke des Größeren Italien ßZ

Die Unterordnung selbst aber wird.gewährleistet dies ist nach Lenin ein Zeichen der Eigenheiten der Übergangszeiten vom Kapitalismus zum Sozialis- mus durch Anwendung von Zwang,und in der Weise, daß die Losung der Diktatur des Proletariats nicht durch die Praxis eines breiartigen Zustandes der proletarischen Macht beschmutzt wird". (S. 31.) Jeder, der' die Arbeits­disziplin in einem beliebigen Wirtschaftsbetriebe übertritt, istvors Gericht zu stellen und erbarmungslos zu bestrafen". (S. 40.) Wo also unter dem kapita­listischen Sieg im« einfach Entlassung, oft nicht einmal dies, erfolgte, und der Arbeiter sich ohne weiteres nach anderweiter Arbeit umsehen konnte, tritt hier gerichtliche Bestrafung ein.

Wir sind am Ende der Wiedergabe und Kritik der Leninschen Schrift. Ein Grauen überkommt den wirklichen Sozialiften, den Menschen, dem Ziel und Zweck seines politischen Strebens ein glückliches, freies, frohes Menschengeschlecht ist, bei dem Gedanken daran, was der Bolschewismus vernichtet hat, um schließlich doch zu der Erkenntnis zu kommen, daß er an das Vorhandene anknüpfen muß, daß sich ein Paradies nicht laus der Erde stampfen läßt, daß die Revolution Wohl Politische Ausdrucksformen des Staatsgedankens mit einem Schlage zu ändern vermag, daß aber das Leben innerhalb dieser Form organisch wachsen muß. Daß Lenin praktisch seine Umkehr vollzogen hat, und zwar ganz in der Art von Leuten, die aus Unkenntnis des realen Lebens von einem Extrem zum andern schwanken, daß er leine Diktatur des Proletariats durchgeführt hat, bei der das Proletariat nicht mehr Subjekt, sondern Objekt der Diktatur ist, das hat Wohl die Darstellung seiner Neformmaßnahmen zur Genüge bewiesen. Gewiß, sie sollen Übergangs- wgeln' sein. Wie lange aber soll der Übergang dauern? Lenin sagt: zehn und vielleicht noch mehr Jahre. (S. 50.) Diese Zahl ist sicherlich viel zu niedrig gegriffen. Zn dieser Erkenntnis, zn der Erkenntnis also, daß nicht Revolution, sondern nur Evolution auf wirtschaftlichem Gebiete .möglich ist, wird Lenin sicherlich noch kommen, falls ihn nicht vorher der Zorn des in seinen Zukunsts- träumeu betrogenen, in seiner sogenannten Freiheit geknechteten, verarmten und verwahrlosten Proletariats hinwegfegt.

(Lrispi und der Gedanke des Größeren Italien

von Dr. I. x>. Büß

NWFM^SS eit dem denisch-französischen Kriege von-1870/71, den Krönungs- tageu des italienischen Nationalstaates, sind die neuitalienischen ^M^^^5a Bestrebungen auf dem Balkan, in der Adria, Nordafrika und dein s^Xs^V»Orient neben den traditionellen irredentistischen Zielen immer unverhüllier zutage getreten. Das Trentino und Trieft waren die nationalen Forderungen des neuen Italien, nach der Adria, dem Balkan, Nordafrika und Kleinasien gingen die Wünsche derer, die eine Wieder­geburt des römischen Weltreiches von dem italienischen Nationalismus der Gegen­wart erhofften. Gewiß mögen die italienisch! n Aspirationen auf Welschtirol vom Standpunkt des Nationalilntenprmzips ihre Rechtfertigung haben nnd einer nickt winder überzeugenden Beweisführung mag es gelingen, ein historisches Recht der Erben des römischen Imperiums ans Erneuerung zu konstruieren. Alle Berufung "uf Rechte, die die Geschichte verliehen, ist politisch aber nur dann zwingend und gültig, wenn jenen historischen Imponderabilien kongruente völkische Energien wirksam sind, wenn die fiktive Erbschaft auch durch eigene Kraft erworben werden kann, um sie zu besitzen.