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Gedanken über das deutsche Jukunftsheer
(Daran möge man sich erinnern, falls eine wesentliche und wichtige Bekanntmachung zu verbreiten wäre: besonders die Ermahnung der Zivilbevölkerung, sich den eindringenden Truppen gegenüber jeder feindlichen Handlung zu enthalten usw. In dieser Hinsicht find die durch die Zeitungen ausgesprochenen Warnungen nur von einem äußerst kleinen Teil der Bevölkerung verstanden worden).
Also man wußte in Brüssel genau, daß die Warnung vor solchen feindlichen Handlungen nur von einem minimalen Teil der Bevölkerung begriffen war. Man konnte dies nur wissen, wenn man auch das andere wußte, daß nämlich die überwiegende Masse der Bevölkerung solche Handlungen nicht nur billigte, sondern bei gegebener Gelegenheit auch beging.
Wenn die amtlichen Stellen Belgiens heute noch nicht zu wissen behaupten uud ableugnen, was man in Brüssel schon am 19. August 1914 wußte, so wollen sie es nicht wissen.
Gedanken über das deutsche Zukunftsheer
von Gberst Heinz v. Hoff
m Hinblick auf die feit einem Vierteljahr bei uns herrschende Unordnung und die Bedrohung in Ost und West ist die Schaffung eines neuen Heeres für uns eine der brennendsten Fragen, die alle Kreise des Volkes berührt. - >
Unser altes Heer ist zusammengebrochen, nicht unter den Hieben des Feindes, fondern im Rücken gefaßt, Mehrlos gemacht, zermürbt und zerrüttet durch feindliche Agenten und eigene Volksgenossen. Es galt ja, den „Militarismus" zu vernichten. Die Revolution hat uns damit nicht nur um das äußerliche Machtmittel der Negierung gebracht, die nun in schwer- sten Tagen der Demütigung nur mit Papierprotesten zu fechten vermag, sie hat ein Heer vernichtet, dessen Leistungen durch vier Kriegsjahre in ihrer Niesen- größe beispiellos in der Weltgeschichte dastehen. Solche Leistungen waren nur möglich zufolge allgemeiner Wehrpflicht, fester Manneszucht und weil unser Heer die große Schule zur Tatentfaltung aller Arbeit und Leistungen des deutschen Volkes gewesen ist. , .
Das seien uns Fingerzeige für die Zukunft. Mit den Trümmern des alten Heeres, die zuchtlos die Kasernen heute füllen, die an Stelle hochverdienter und kricgserprovter Offiziere ^ Soldatenräte willkürlich leiten, ist nichts mehr anzufangen. Kaum daß es da und dort gelingt, regierungstreue Truppen zusammenzufassen. Seit Wochen geht der Notschrei nach einer freiwilligen Söldnertruppe zum Grenzschutz im Osten durchs Land, bisher mit geringem Erfolg. Da? Näteshstem und iunerpolitische Zwistigkeiten in den schwachen Abwehrtruppen haben in letzter Zeit den militärischen Erfolg gegen die Polen in Frage gestellt. Auch dies diene -uns als Anhalt für die Zukunft.
Es war nötig, mit wenigen Strichen zu zeichnen, was wir hatten und was wir noch hoben, um uns klar zu werden, was wir brauchen. Daß weder ein freiwilliges Söldlingsheer noch eine lockere Miliz in Frage kommen kann, beweist nns die Geschichte und die Gegenwart. Was wir brauchen, ist ein völlig neues Heer auf Grund der allgemeinen Wehrpflicht, eine Truppe, die aus der bewährten Grundlage fester Manneszucht ersteht und in der die Kommandogewalt Kar geordnet ift.
Der Entwurf für ein neues Wehrgesetz ist der Nationalversammlung inzwischen vorgelegt worden/) Der Präsident des Reichsministeriums Scheidemann erklärt als Aufgabe der Innenpolitik: „Schaffung eines
') kminte leider im Text nvch nicht bcn'ic'sichtigt werden.