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Frankreich und die Friedenskonferenz
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

zuwachs verspricht, da ist Spaniens zäheS Festhalten an Tanger, das man zur wirtschaftlichen Erschließung des marokkanischen Hinterlandes und zur endgültigen Verdrängung deutschen Einflusses im Mittelmeer für sich beanspruchen zu müssen glaubt, da ist endlich die Frage nach dem Schicksal der deutschen Kolonien. Und alle Vorschläge Frankreichs: Bildung einer Freiwilligenarmee gegen die Bolsche- wisten, Besetzung Danzigs durch die verstärkten polnischen Legionen, Verselbstän­digung eines ungeteilten Syriens unter französischer Ägide, Jnternationalisierung der Dardanellen, Belassung Konstantinopels unter der Herrschaft der genügend geschwächten Türkei oder Übergabe an Griechenland, Wiederzusammenschluß der ehemals österreichischen Staaten, Angliederung von Kamerun und Togo an Fran- zösisch-Afrika stehen einstweilen auf dem Zeitungspapier, während England sich Wilson gegenüber die sogenannte Freiheit der Meere gesichert, in Konstantinopel die Abwesenheit des französischen Oberbefehlshabers zum Handeln benutzt, Wilson seine Auffassung über die Konferenz auf den Prinzeninseln und über die Ver­waltung der deutschen Kolonien mit äußerster Zähigkeit durchgesetzt hat. Greif­barer noch als diese in ihren Konsequenzen und ihrer Bedeutung für die Allgeineinheit noch gar nicht deutlich zu übersehenden Mißerfolge sind die diplo­matischen Niederlagen auf der Friedenskonferenz selbst. Wenigstens werden als solche empfunden die Zusammensetzung der Teilnehmer, die in Fragen der äußeren Politik Amerika, in Kolonialfragen infolge NichtVertretung der franzö­sischen Kolonien im Gegensatz zu den englischen Dominions England das Über­gewicht sichert, ferner die Teilnahme der Neutralen, die die festgefügte Einheit­lichkeit der siegreichen Großmächte, aus denen nach Frankreichs Meinung der Völkerbund zunächst allein bestehen müßte, aufzulösen droht, endlich durch die Geschäftsordnung, die zu allem möglichen abschweift und nur nicht zu den Punkten kommt, die Frankreich vorzüglich interessieren: Elsaß-Lothringen, das Saarbecken, das linke Rheinufer. Um dieser großen Grundfragen willen steht das Land, mit Ausnahme der Sozialisten, einstweilen noch geschlossen hinter seinem Minister­präsidenten, aber es ist kaum zuviel gesagt, wenn man behauptet, daß nach den Mißerfolgen der vergangenen Wochen das Zutrauen zu Clemenceau merkbar schwindet. Gelingt es ihm nicht, die vom weitaus größten Teil der Bevölkerung hoch ersehnten Machtfriedensideale auf der Konferenz durchzusetzen, oder entsteht ihm bei der Erkämpfung dieser Ideale, mit der sich eine schnelle Demobilisierung ' wiederum nicht verträgt, ernsthafter Widerstand im Lande (wozu bei der Zer­setzung der französischen Sozialistenpartei allerdings einstweilen keine Aussicht besteh!), der ihm den notwendigen Rückhalt rauben würde, so wird derTiger" trotz aller Dankbarkeit, die das Land ihm weiß, einen tiefen und großen Fall erleben können, der französische Chauvinismus, den er selbst gestützt hat, würde ihn ohne Gnade, wenn auch ohne Nutzen, fallen lassen. Er würde dann Frank­reich durch seine Überschätzung der politischen Tragweite des militärischen Sieges, durch sein starres Festhalten am Dogma des Machtfriedens, das ihm Beweglich­keit in den anderen außenpolitischen Fragen raubte, lim alles politische Prestige gebracht haben: die Tragik des aus Notwendigkeit Einseitigen. Menenms

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Scclentotschlag. Herr Poincarö hat die Zuhörer, in Ihrer Entscheidung (Paris als

Pariser Konferenz am 18, Januar mit einer Sitz der Konferenz zu wählen) eine Huldi-

Nsde eröffnet, die in jeder Zeile den Sieger, gung aller von Ihnen vertretenen Nationen

den Advokaten und den Franzosen verrät, sehen gegenüber einem Lande, welches . . .

Lassen Sie mich, so apostrophiert er seine dem Tode den schwersten Tribut gezahlt hat.