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Im Kampf um Tirol
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116 Der ZVöchnerinnenschntz in dem neuen deutschen Entwurf eines intern. Arbeiterrechtes

Mayer-Lübke:Das Sardische ist durch eine ganze Reihe von charakteristischen Zügen so durchaus verschieden vom italienischen Typus, daß man es füglich als selbständiges Glied bezeichnen kann." Dasselbe gilt von den Alpenmundarten in Graubünden, Tirol und Friaul, die man als ladinisch und rhäthoromanisch zusammenfaßt, sodasz man wohl alles Recht hat, von neun romanischen Sprachen zu reden. Und weiter ..das Nhäthoromanische erstreckt sich über Graubünden, Tirol und Friaul und von da südlich in die istrische Halbinsel hinein. . . . Diese Mund­arten stehen . . . im scharfen Kontrast zu den italienischen Typen Vemtiens und der Lombardei, stimmen dagegen in den genannten und anderen Zügen zu dem Südostfranzösischen des Ryonetales. Eine politische Einheit zwischen den ver­schiedenen Gegenden hat nie bestanden . . . dennoch muß ein starker innerer Zu­sammenhang zwischen den Alpenvölkern und ein Gegensatz zn den Bewohnern der Ebene bestanden haben, der die sprachliche Eigentümlichkeit ermöglichte,"

Dieser Gegensatz besteht noch heute. Wirtschaftlich und in seinem Charakter ähnelt der Ladiner seinem deutschen Nachbarn Und seinem Stammesgenossen in Graubünden. Er will nichts von der Vereinigung mit Italien wissen, er sucht sein politisches Heil im Anschluß an den Deutschtiroler.

Die Abtretung des deutschen und ladinischen Südtirols würde die wirt­schaftliche Lage dieser Gebiete aufs schwerste gefährden. Das Haupteinkommen für das Etsch- und Eisacktal fließt aus Wein- und Obstbau und für das ganze Gebiet aus dem Fremdenverkehr. Der Markt, auf den es angewiesen ist, ist der deutsche Norden. Dort nur, nicht in Italien, das daran Überfluß hat, können die landwirtschaftlichen Erzeugnisse des Landes auf Absatz hoffen. Das zeigte sich schon in d.'n Jahren 1809 bis 1813, als Bozen zu Italien gehörte. Vom deutschen Norden her allein ist >auch in Zukunft der Fremdenstrom zu erwarten. Ein dauernder Friede wäre nach der Abtretung ausgeschlossen. Es würden vielmehr Verhältnisse eintreten, wie sie in Tirol dem Jahre 1809 vorangingen. Denn das deutsche Nationalgefühl ist hier in den letzten Jahrzehnten sehr geschärft worden und der nationale Gegensatz war von jeher ein schneidender.

Die Herrschaft der Italiener würde nur als eine verhaßte Fremdherrschaft empfunden werden.

Der Wöchnerinnenschutz in dem neuen deutschen Entwurf eines internationalen Arbeiterrechtes

von Dr. me6. Agnes Bluhm

as Neichsarbeitsamt hat im Einvernehmen mit Sachverständigen pW^-«^W aus den Kreisen der Arbeitgeber, Gewerkschaften und Sozialreformer

einen Entwurf für eine internationale Regelung des Arbeiterrechtes hAM^HM I ausgearbeitet, der eine Erweiterung des bisherigen Wöchnerinnen-

schutzes enthält. Die in der deutschen Gesetzgebung vorgesehene

achtwöchige Schonzeit soll auf zehn Wochen ausgedehnt werden. Muß vom Standpunkt der Voltsgesundheitspflege ein zehnwöchiger.Schutz immer noch als ungenügend bezeichnet und ein solcher von mindestens zwölf Wochen gefordert werden, so wäre doch jede noch so kleine Erweiterung dankbar zu begrüßen. Leider ist im vorliegenden Falle dadurch, daß im übrigen die alte Fassung des Gesetzes bnbehalten worden ist, der Erfolg der Neuerung illusorisch gemacht worden. Auch das neue Gesetz soweit darüber Veröffentlichungen in der Tagespresse vorliegen bestimmt lediglich, daß von der Schonzeit sechs Wochen nach der Entbindung liegen müssen; über die Dauer des vorgeburtlichen Schutzes enthält es keine Bestimmung. Und doch ist dieser vorgeburtliche Schutz mindestens