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Über die Zukunft Elsaß-Lothringens
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Im Kampf um Tirol

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kein selbständiges Glied des Reiches sein wollte, und welches durch seine bornierte Haltung mit schuld an dem über uns gekommenen Unheil ist, mit dem bei uns leider sonst so üblichen ritterlichen Entgegenkommen unter die Arme greifen, indem man die Abwanderung deutscher Kräfte zur Rettung Elsaß-Lothringens aus dem selbstverschuldeten Rückgang befördert! Elsaß-Lothringen hat, wenn es für neutrale Autonomie gestimmt hat, das Tuch zwischen sich und Deutschland zerschnitten. Seine Bewohner wollen dann keine Deutschen mehr sein; bemühen wir uns dann aber auch, sie nicht mehr als solche zu betrachten. Auch hier mag der Katzenjammer, der schon kurz nach dem Franzosenrausch tzanz naturgemäß ein- setzte, dann kommen, und zwar ein Katzenjammer großen Stiles. Aber man hat auch aus clsMschen Kreisen selbst dem Volk oft genug vorgehalten, wie schwäch­lich es allein für sich ist, wie sehr es von Natur auf Deutschland angewiesen ist, was für Vorteile ihm der Anschluß an uns bietet. Wenn das alles, dem einmal wach gewordenen Trieb nachvoller Autonomie" zuliebe, preisgegeben wird, wenn Elsaß-Lolhringen von uns abfällt und uns gegenüber Ausland wird, so sei es dies aber auch in unseren Augen! Wenn die Steuerzahlungen, die Deutschland durchzukosten haben wird, bei diesem Abfall eine wesentliche Rolle spielen, so muß der Deutsche, der deswegen Elsaß-Lothringer wird, verachtet werden. Um so mehr aber muß sür uns rechts des Rheines der Grundsatz aufgestellt werden: Bleibe daheim und nähre dich redlich! Und wir möchten hoffen, daß es ein fester Grundsatz werde, getragen von dem Gefühl der Würde, daß wir denen, die uns von sich stoßen, auch nicht nachlaufen.

Im Aampf um Tirol

ie ordentlichen Professoren der Nechtsgeschichte und Geschichte an der Universität Wien, Dr. Hans v. Voltelini, Dr. Emil v. Ottenthal und Dr. Oswald Redlich, machen uns als gebürtige Tiroler in Bezug auf die von Italien früher erhobene und nach allem An­schein jetzt leider erneuerte Forderung einer Abtretung des deutschen Südtirols bis zum Brenner, auf die nachfolgenden historisch. Politischen Tatschen aufmerksam:

1. Die Nordgrenze Italiens erreichte niemals den Kamm der Zentralalpen, sondern lief auch zur Zeit der größten Ausdehnung Italiens in der römischen Kaiserzeit nur am Fuße derselben. , . ^

2. Durch die Einwanderung der Bayern mi sechsten Jahrhundert wurde auch das Gebiet südlich bis zur Salurnerklause geschlossen von Deutschen besiedelt. Bozen ist seit fast vierzehn Jahrhunderten deutsch. . ^ ,

3. Im Jahre 9W wurde das Bistum Trient an das deutsche Reich ange­gliedert. Als deutsche Reich^fürsten wurden die Bischöfe von Trient von den deutschen Kaisern mi> der weltlichen Gewalt in den Grafschaften Bozen und Vints.rgau belehnt, deren Ausübung sie an die Grafen von Tirol überlassen mußten.

4. Die Grafen von Tirol erwarben dann auch die weltliche Gewalt über den Besitz der Bischöfe von Br xen und damit die wichtigsten Hoheitsrechte über das ganze, heute gefnhidete, Gebiet Tirols. Ihre Nachfolger sind seit 1363 die Habsburger. Durch den Neichsdeputations-Hauptschluß von 1803 wurden beide Bistümer vollends säkularisiert.

5. Seit dem Aufkommen der Landtage, das ist seit dem vierzehnten Jahr­hunderte, nahmen jederzeit die Vertreter des ganzen deutschen Südtirols, das ist der jetzigen Vezirkshaupimannschaften Bozen. Mercm, Schlanders, Brixen, Bruneck, an den Landtagen der Grafen von Tirol teil.

Grenzboten I 1919 8