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Bor der Rot des Vaterlandes zerbrach der Kosmopolitismus. Der Kosmopolit wurde zum Patrioten, der Weltbürger opferte sich für sein Vaterland. Der Begriff Volk wird dominierend. In den Liedern, die Arndt und Körner anstimmen, ist es meistens nicht mehr der einzelne Held, dem der Aufruf gilt; das ganze Volk ist zum Helden geworden. Schon Schiller hat es ausgesprochen: „Nichts- würdig itt die Nation, die nicht Ihr alles freudig setzt an ihre Ehre!" — „Zu den Waffen! Zu den Waffen! Als Männer hat uns Gott geschaffen" und „Auf zur Rache! Aus zur Rache! Erwache, edles Volk, erwache!" läßt Arndt den Ruf ertönen. „DaS Volk steht auf, der Sturm bricht los" fingt der begeisterte Körner und in fast wörtlicher Uebereinstimmung mit Fleming, der fast zwei Jahrhunderte früher die stolze Frage stellte: „Wer wünscht
sich noch zu fischen Und um die Ofenbank erbärmlich her zu kriechen?" schmäht auch er „die Buben hinter dem Ofen". Wie Gleini, der Soldatendichter, spricht auch er zu seinem Schwerte.
Das alte soziale Element der Heldensage kehrt in gesteigertem Maße wieder. Der Begriff der Nation ist vergrößert und deckt sich, wenn auch anfangs nur vorübergehend, mit den, der politischen Einheit. Auch hier fehlt der Vorkämpfer, der eigentliche persönliche Held nicht ganz: Gneisenau, Schill, Dörn-> berg und Scharnhorst sind solche Helden Arndts, für Erzherzog Karl erklingt die Leier Körners und später noch ist Nadetzky der Held des Grillparzerschen Kriegsgedichtes."
Oh, könnte in hundert Jahren der Erforscher unserer traurigen Zeit ähnlich auch über uns urteilen!
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Von dem hier wiederholt warm emvfohlenen Goethe-Handbuch, das Julius Zeitler geineinsam mit einem stattlichen Mitarheiterstci.be bearbeitet hat, ist soeben der dritte und leMe Band erschienen, der die Artikel .Nachdruck" bis „Zwischen- kiefcrknochen" umfasst. (Stuttgart, I. B. Metzlcr, M. 20.40.) Es will schon etwas Heiken, unter den heutigen Verhältnissen ein dreibändiges Nachschlazwerk von fast 2 200 Stichworten in so ausgezeichneter und solider Ausstattung herzustellen. Wir bewundern die Tatkraft des Verlages und des Herausgebers, und wir begrüßen dankbar die Fülle gründlicher Belehrung, die hier in knappster Form dargeboten wird. z. B. um nur eines herouszilgreifen, in den trefflichen Faustartikeln von O. Pniower. Auch in dem dritter? Bande sind noch neue Mitarbeiter hinzugekommen, die sich im ganzen dem Stil des Unternehmens wohl anzupassen wussten. Bei einer Iconaufloge, die dringend zn wünschen wäre, wird das Ganze wohl noch an Gleichmäßigkeit'gewinnen. Einstweilen vermittelt ein außerordentlich reichhaltiges und geschickt angelegtes „Register" zwischen den verschiedenen Artikeln. Wir finden da etwa bequem beisammen, mit was >ür Architekten Goethe persönlich oder literarisch zu tun gehabt hat, wiö er über Unsterblichkeit dachte u. a. m. Das Ganze ist dazu angetan, nicht bloße rasche und zuverlässige Auskunft zu geben, sondern vor allem, was wichtiger ist, den Leser zu eigenem Forschen und Nachdenken anzuregen. Darum heißen wir daS Werk nochmals herzlich willkommen. N. P.