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Das politische Weltgleichgewicht als Ziel des Weltkrieges
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Die Behandlung der Letten und Esten

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erscheinen; denn im Notfall ließe sich von dort aus eine Landverbindung mit ihnen herstellen.

Alle diese Gründe lassen es sehr Wohl als möglich erscheinen, das; nach hin­reichender Zermürbung der feindlichen Westfront der Schlußakt des ganzen furcht­baren Völkerdramas sich im Orient als dem Hauptkriegsschcmplatze abspielen wird. Im Gebiete also der uralten Kultstätten, wo so manche Antwort auf die hoffenden Fragen der Menschheit erteilt wurde, würde auch die neue Schicksalsfrage entschieden werden, ob als Frucht des ungeheuren Völkerringens die harte Welt der Angelsachsen erstehen soll mit ihrer Weltherrschaft, Weltknechtung und neuen Kriegen oder aber die Kulturwelt der Germanen, derweltordnenden Nasse" (Gobineau), in der die schwergeprüften Völker unter dem Schutze des politischen Weltgleichgewichtes sich der neuerrungenen Freiheit und des wohlverdienten Friedens erfreuen können.

Die Behandlung der Letten und Esten

l?sn Hadubert

M ie großen Völker Europas, die feit Jahrhunderten ihr Geschick in H die eigenen Hände genommen haben, haben im Verlauf dieser 1 langen Geschichte ein politisch-kulturelles System herausgestaltet, ^ das" ihrer völkischen Eigenart derart auf den Leib geschnitten ist, ^ daß eines aus dem andern erklärbar ist und beide gewissermaßen

__Azur Deckung gelangen. Aus den bestehenden politischen und

kulturellen Zuständen läßt sich dann ebenso die nationale Eigentümlichkeit der Deutschen etwa ablesen, wie man aus diesem Charakter des deutscheu Volkes vie Notwendigkeit und Berechtigung seines Lebenssystems herleiten kann. Diesen Zustand sind wir geneigt, nach unseren eigenen Erfahrungen für den normalen

System vor. Auch ber uns besteht freilich bei näherem Hinblicken zwische beiden eine Spannung, die zum treibenden Moment des historischen -Fortschritts wird. Bei den Nandvvlkern Nußlands, insbesondere bei den Letten und Esten, die dauernd unter einer Fremdherrschast gestanden haben, muß sich aber diese

Lage gipfelt.

Aber dieser Zauberschlüssel ist eben doch nicht so leicht zu handhaben, wie mancher mehr oder minder leitende Staatsmann sich das vorstellen mag. Durch die allzu billige Rechnung nnsererBefreiungsideologie" hat bereits die russische Revolution namentlich in ihrem früheren Stadium einen kräftigen Strich gezogen, wennschon das zynische Schalten des Bolschewismus uns im Augenblick recht günstig ist. Auch im Elsaß erwarteten wir Triumphpforten derwieder­gewonnenen Brüder" und fanden 45 Jahre lang allzu viele Herzen, die sich immer sichtlicher schlössen. Vor Enttäuschungen und daraus erwachsenden Behandlungsfehlern ähnlicher Art werden wir uns auch im Osten nur bewahren können, we'nn wir uns rechtzeitig von allen Vorurteilen frei machen, uns ganz an das Studium der vorgefundenen Lage hingeben und dann unsere Konsequenzen fest und folgerichtig ziehen und sie gradlinig durchführen.

Es ist bekannt, daß die baltischen Lande zwar eine deutsche Oberschicht haben, daß jedoch die zahlenmäßig weit überlegene Unterschicht des Landes in Estland und dem nördlichen Livlcmd aus Esten, in Südlivland nnd Kurland aus