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Im Kampf um die Ostsee : die Alandfrage
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Im Rumpf um die Ostsee

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Im Aampf um die Ostsee

Die Alandfrage von Georg tleinow

Die Rigasche Zeitung meldet: An die Adresse der hiesigen Damps- schiffsagentur Lorenz u. Meesenburg traf der deutsche DampferHorta" in unserem Hafen ein, um eine Ladung Holz für Deutschland einzu­nehmen. Dieser Dampfer ist der erste 'im freien Verkehr. Die freie Schiffahrt mit Riga ist hiermit eröffnet. Nicht nur in Riga, sondern auch in vielen deutschen Städten wird man die Eröffnung der Schiff­fahrt mit Riga mit großer Freude begrüßen, betrug doch bor dem Kriege (19lO Rigas Einfuhr aus Deutschland 112 Millionen Mark und seine Ausfuhr nach Deulschland 83 Millionen Mark.

u den Vielen Merkwürdigkeiten, die der Weltkrieg täglich neu vor uns hinstellt, gehören ohne Zweifel die Überraschungen, die die widerspruchsvolle Haltung der schwedischen Regierung uns seit Aus­bruch des Krieges bereitet. Dabei denken wir selbstverständlich nicht daran, den Köpf darüber zu schütteln, daß diese Regierung kein Mittel unversucht läßt, um das Land vor einer Teilnahme am Weltkriege zu bewahren. Im Gegenteil, wir meinen, daß es voni schwedischen Standpunkt aus töricht wäre, sich aus seiner Neutralität herauslocken zu lassen; an dieser unserer Auffassung hat sich seit dem vorigen Jahre (vgl. m.Stockholmer <Mef" in Heft 38 und 41 von 1917) nichts geändert, wenngleich es Stunden gab, wo es auch uns schien, als sei der Augenblick gekommen, in dem Schweden sich seiner alten historische,: Aufgaben im Nordosten des Kontinents erinnern und in dem es. anknüpfend an die Gründe für die Kämpfe von 1808, seine Politik dort auf- nehmen müßte, wo sie durch den Frieden von Frederickham abgebrochen wurde. Das war um die letzte Jahreswende, als die Finnläuder sich, bedrängt von den russischen roten Banden, hilfesuchend nn die Stockholmer Regierung wandten, ^a, während der ersten Phase der Friedensverhandlmigen von Brest-Litowsk war der Augenblick eingetreten, wo ein kühner, weitblickender Staatsmann das schwe­dische Volk zu den Waffen rufen mußte, um es wieder vor eine große, den edlen Eigenschaften des schwedischen Volkes würdige Aufgabe zu stellen. Schwedens rochizeitigcs und tatkräftiges Eingreifen in die finnischen Freiheilskämpfe auf An­suchen Finnlands hätte Schweden eine ganz überragende Stellung nicht nur im tmninenden skandinavischen Bunde, sondern auch zwischen den kämpfenden großen Parteien gesichert. Eine Hilfeleistung an Finnlano hätte Schweden nichl unbe­fugt gezwungen, zum Bundesgenossen der einen oder anderen Partei zu werden, wenn -s auch zum Abbruch der Beziehungen mit jenem Rußland gekommen wäre, das sich gerade anschickte in Anarchie zu versinken, Das Risiko war also nicht Nwß. Einer halbwegs geschickten Diplomatie konnte es nicht schwer fallen, das ^and sowohl gegen eine mögliche Bedrohung durch Norwegen, wie auch gegen "ie Unbequemlichkeiten deutscher und englischer Mißstimmung zu sichern. Der Gewinn aber wäre die neuerliche Verbindung mit einem dankbaren Finnland ge- Wesen und die Festigung der schwedischen Macht in ungeahnten Ausmaßen. Wir wollen die' möglichen Folgen des rechtzeitigen Eingreifens Schwedens in Finnland sNer nicht weiter ausmalen, nur erinnert sei, daß es eine demokratische Regierung m, in der der Geist eines Branting herrscht, die den günstigen Augenblick in "ämerhaft spießbürgerlichen Bedenken nicht benutzt hat.

Für Deutschland hat sich die Politik der Herren Eden, Branting. Palmstjerna gewinnbringend erwiesen. Sie ermöglicht unserer Diplomatie den englischen Einfluß, °er sich völkerrechtlich auf das Alandabkommen vom 80. März 1856 stützte, handels­politisch aber auf englisch-schwedischen Kapitalsmteressen beruhte, mit einiger Ans­ucht auf Erfolg zu bekämpfen. Bei einem rechtzeitigen Eingreifen in Finnland hätte

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