Von Mhlmann zu — Hertling
von Georg Lleinoro
Weichheit ist gut an ihrem Ort, Aber sie ist kein Losungswort I Kein Schild, keine Klinge und kein Griff, Kein Panzer, kein Steuer für dein Schiff, Du ruderst mit ihr vergebens. Kraft ist die Parole des Lebens. . . .
Friedrich Theodor Bischer
> as große allgemeine Ziel der deutschen Reichspolitik war vor dem Kriege, abgesehen von dem systemlosen Kolonialtreiben auf der Linie des geringsten Widerstandes, die Verhinderung einer Einkreisung Deutschlands durch die Mächte des wirtschaftlichen Wettbewerbes aus ^ dem Erdball, ist während des Krieges die Sprengung des durch die feindlichen Mächte dennoch geschaffenen Ringes. Die Sprengung hat so nachhaltig zu erfolgen, daß Deutschland und die Mittemächte bei einem Generalfrieden nicht der Gefahr ausgesetzt sein dürfen, durch eine Mehrheit unter englischer oder amerikanischer Führung von dem Platz an der Sonne ferngehalten zu werden, der ihnen entsprechend ihrem physischen Bedürfnis und ihrer moralischen Kräfte zukommt. Vor dem Kriege dienten diesem Ziele neben anderen Schritten vor allen Dingen die politischen Ausgleichsversuche mit Rußland und Frankreich zur Amtszeit Kiderlen-Wächters und mit England in der Am Bethmann Hollweg, Fürst Lichnowsky, von Kühlmann; sie waren begleitet durch den Ausbau der Armee und energisch betriebenen Aufbau einer Achtung gebietenden Flotte. Nach dem Zusammenbruch unserer auswärtigen Politik im Anschluß an den Mord von Serajewo durch die Schurkerei Ssuchomlinows und die UnVersöhnlichkeit des britischen Kabinetts trat an die Stelle der Diplomatie das im Frieden herangebildete Kriegsinstrnment, die oberste Heeresleitung, in den Vordergrund, und der Erreichung desselben Zieles dienen seit vier Jahren nach- und nebeneinander eine offensive Kriegführung zu Lande und zur See, die aufbauende Polenpolitik und die Friedensschlüsse von Brest-Litowsk und Bukarest. Die Politik hat deutlich erkennbare Aufgaben und mußte daher offensiv werden. Nur in militärischer Be- Grenzboten III 191L S