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Bevölkerungspolitik oder Geburtenpolitik?
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

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weiß, Was man will, so soll man nurfortwursteln" und seine Finger überall hineinstecken. Weiß man aber, woraus es ankommt, weiß man, daß der Geburten­rückgang die große Not war, die unsBevölkerungspolitiker" zur Abwehr auf­gerüttelt hat, so muß man auch den Mut finden, das Ziel fest ins Auge zu fassen. Schriftsteller und Gesellschaften, dieBevölkerungspolitik" betreiben, haben wir genug; wir brauchen jetzt vor allem Männer und Vereinigungen, die unbeirrt das Ziel verfolgen, mit der verheerend über unser Volk hereingebrochenen Flut der Geburtenverminderung fertig zu werden. Denn entweder wir werden des Geburtenrückgangs Herr oder wir gehen zugrunde. I'srtium non ä^tur.

Sagen wir also furchtlos und ohne die üblichenbevölkerungspolitischen" Flausen, was not tut: not tut uns die Bekämpfung des deutschen Geburten­rückgangs, not tut uns deutsche Geburtenpolitik.

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Soll Herr von Ktthlmmm zurücktreten?

Die nationalen Parteion des Reichstags haben das Anathema über den Staatssekretär d,es Äußern gesprochen. Nicht erst nach seiner Rede vom 24. Junil Schon lange gilt er ihnen als durchaus ungeeignet, des Deutschen Reiches auswärtige Angelegenheiten zu leiten. Seine Ausführungen am Montag haben das volle Faß des Unwillens zum überlaufen gebracht. Nicht eigentlich ihr Inhalt, sondern mehr die Form, die Kühle und »lüde Resig­nation, mit der die Dinge vorgetragen wurden, die von Sein oder Nichtsein der ganzen Nation handeln, haben die Verstimmung aufs höchste gesteigert. Seine Freunde suchen ihn damit zu entschuldigen, daß er angegriffen und müde War. Er War es tatsächlich in dem Maße, daß er den Maßstab dafür verloren hatte, was er vor der Öffentlichkeit der ganzen Welt sagen durste. Seine Rede wäre hingegangen für eine vertrauliche Sitzung des Ausschusses, für die öffentliche Sitzung des Reichstags war sie unmöglich.

Wir geben also das Auftreten des Staats­sekretärs am 24. und 25. Juni Preis. Dennoch kommen wir zu ganz anderen Forderungen wie unsere Freunde von rechts; wir finden, daß die Kritik) an Herrn von Kühlmanns Rede sich vom Standpunkte der Parteien aus taktisch nicht rechtfertigen läßt. Es geht doch, wie jeder weiß, nicht in erster Linie um .die Person des Herrn von Kühlmann, sondern

um das Erve Bcthmann HollwegS im Aus­wärtigen Amt. Dies Erbe muß erst ver­wirtschaftet werden, und wir sind im Begriff es zu verwirtschaften durch die großen Siege im Westen. Diese Siege sind eS auch, die schließlich die innere Situation in Berlin klären werden, nicht aber ein Personenwechsel zu dieser Stunde. Daher raten wir ent­schieden davon ab, die Situation im Innern durch einen Personenwechsel retten zu wollen. Sie ist dadurch nicht zu retten, sie wäre nur noch zu Verfahren, und wenn man selbst den Fürsten Bülow oder einen berühmten General auf den Schild erheben wollte. Jeder Staatssekretär des Auswärtigen Amtes wäre mit zwei Erbschaften belastet: mit dem außen­politischen Erbe Bethmann Hollwegs und dem veralteten Apparat, der sich Auswärtiges Amt nennt; als Drittes könnte man dazu noch die Ungeduld der Linksparteien rechnen. Das außenpolitische Erbe Bethmann Hollwegs kann nur die Armee draußen ummodeln, nicht etwa umstoßen; zu vieles ist vorentschieden, und das Grundsätzliche über die künftigen Beziehungen der Völker untereinander ist Notwendigkeit. Allein auf die Macht gestützt läßt sich kein Welthandel treiben; dazu ge­hört auch der gute Wille der anderen; diesen freilich müssen wir noch erzwingen mit mili­tärischen und diplomatischen Mitteln. Eine tief einschneidende Reform des Auswärtigen Dienstes dem amtierenden Staatssekretär in

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