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sei es anders. Immerhin hätten auch sie, als der Krieg mit allen seinen Schrecken über Polen hereingebrochen sei, durch die Tat Einigkeit, Solidarität, Patriotismus zu bekunden verstanden. Es handle sich noch darum, daß sie in der Rettung des eigenen Volkes ausharrten, daß sie wie ein Mann auf der Wacht des allgemeinen Wohls ständen, daß ihre Begeisterung nicht erlösche. Voranleuchten möge den Polen das Beispiel der in ihren
kollektiven Unternehmungen ausdauernden Tschechen, damit ihnen später niemand vorhielte, daß sie angesichts des schrecklichen Krieges in ihrer Rettungsaktion keine Ausdauer bewiesen, daß sie die Hungersnot im Königreich Polen vergessen hätten; damit sich die Landsleute nicht beklagten, sie in schweren Zeiten verlassen zu haben und gegen ihren herzzerreißenden Ruf nach Rettung stumm gewesen zu sein, H.
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H. von der Pfordten, „Deutsche Musik", auf geschichtlicher und nationaler Grundlage dargestellt. Quelle und Meyer, Leipzig.
Mit diesem Buch will der Verfasser dem Leser eine Waffe in die Hand geben, um auf musikalischem Gebiet das Deutschtum zu verteidigen und unberechtigte fremde Einwirkungen abzuweisen. Er versucht darum, die Entwicklung der deutschen Tonkunst vom nationalen Gesichtspunkt aus darzustellen, indem er überall diejenigen Momente, die ihm als spezifisch deutsch erscheinen, heraushebt. Die Feststellung dieser Momente erreicht er nicht auf wissenschaftlichem Wege, sondern er betont mehrmals, daß dieselbe Sache des Empfindens sei. In der Tat ist unsere wissenschaftliche Analyse noch nicht so weit vorgeschritten, um aus einem Tonwerk, aus dem gesamten Schaffen eines Meisters oder schließlich aus der Produktion einer ganzen Epoche die nationalen Elemente mit Sicherheit und einwandsrei herausschälen zu können. Aber durch sorgfältiges Vergleichen läßt sich doch für den unmittelbaren Eindruck vieles anschaulich machen, und auch gewisse begriffliche Formulierungen sind bereits möglich. Der Verfasser jedoch ist von einer derartigen Behandlung seines Stoffes weit entfernt; vielmehr bleibt er in Allgemeinheiten stecken, die, wie natürlich, manches Richtige enthalten, aber nicht viel besagen und ihn gelegentlich zu den seltsamsten Konstruktionen veranlassen: Der Romane ist schöpferisch in der Form, aber er bleibt äußerlich; der Germane, der an sich mit der Form zu kämpfen hat, übernimmt sie vielfach von den Fremden, aber er erfüllt sie mit dem Gehalt seiner Innerlichkeit. Ein echter Vertreter der deutschen Innerlichkeit ist I. S. Bach; doch auch Händel ist deutschnational, obgleich seine Musik nach außen drängt; denn damit sich die Innerlichkeit durchsetzen kann, muß dieses Drängen nach außen hinzutreten, das den Willen, die Tat bezeichnet. Wäre Händels Musik englisch-national, so müßte sie uns zuwider sein. Nach dieser sonderbaren Theorie müßten wir also z. B. das so reizvolle und eigenartige englische Volkslied einfach ablehnen.
Man darf nun aber nicht glauben, daß für den Verfasser „deutsch" und „künstlerisch vollendet" zusammenfalle. Vielmehr kann die Innerlichkeit leicht in Sentimentalität ausarten, der Drang, das Gute von überall her aufzunehmen, leicht in lächerliche Auslanderei. Dies sind die beiden Erbfehler der Deutschen. Das Merkwürdige ist nun aber, und damit kommen wir auf die bedenklichste Anschauung des Buches, daß die Beurteilung vom künstlerischen Standpunkt aus derjenigen vom nationalen Standpunkt aus untergeordnet wird. In erster Linie kommt es darauf an, daß ein Tonwerk deutsch-national sei; ja, der Verfasser