Gespräch im (vlymp
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In der Tat gingen die, rechtsstehenden Parteien und die ihnen innerlich verwandten Föderalisten in ihrem Verlangen nach einem „Neichsland" schon 1870 von Voraussetzungen ans, die in schärfstem Gegxnjatz standen zu den Anschauungen, die die Unitarier vertraten. In einer ganzen Reihe von Artikeln wendet sich im September des Kriegsjahres die „Kreuzzeitung" entschieden gegen das Verlangen der Linksliberalen nach einem „zentralisierten konstitutionellenKinheitsstaat". Bei weitem wichtiger ist ihr die Sicherung der Eigenart der Einzelstaaten, besonders' Preußens. Und doch verlangt auch das Organ der Konservativen als die einzig mögliche Lösung der schwebenden Frage „die Erklärung von Elsaß und Lothringen als freies deutsches Reichsgebiet". Die Eimmhureüöerschüsse würden in die Bundeskasse fließen, die militärischen Besatzungen aus allen Bundesgebieten zu stellen sein. Die Oberbeamten der Zivilverwaltung würden in der ersten Zeit aus den bisherigen deutschen Staaten hervorgehen, während man später diese Stellen auch Elsaß-Lothringern zugänglich machen könnte. — Merkwürdig nüchtern und praktisch stehen diese Bemerkungen neben den Hoffnungen, die sich sür die Unitarier an die Erwähnung des „Reichslandes" knüpften. Bedeutungsvoll aber wird der Vorschlag der „Kreuzzeitung" in ganz besonderem Maße dadurch, daß er im wesentlichen das enthält, was Bismarck selbst gebilligt hatte. Schon im August 1870 nämlich hatte der frühere preußische Ministerpräsident Otto von Manteuffel dem Bundeskanzler Vorschläge zur Angliederung von Elsaß und Lothringen übermittelt, die zum Teil wörtlich mit den Angaben des konservativen Organs übereinstimmen. Eine Neutralisterung der wiedergewonnenen Gebiete zwar, die Manteuffel ebenfalls anregte, wies Bismarck von vornherein ab. Der Gedanke, aber, Elsaß und Lothringen zu Reichslanden zu machen, schreibt er, habe bereits nach den ersten siegreichen Schlachten die Genehmigung des Königs gefunden. H- B. Oppenheim mag sich auf diesen Artikel der „Kreuzzeitung" beziehen, wenn er den Gedanken eines „Reichslandes" einen offiziösen Fühler nennt, mit dem etwas ganz anderes gemeint war, als dienstfertige Federn in der Hast des Gehvrchens daraus herleiteten. Dein überzeugten Vertreter einer Angliederung an Preußen erscheint es unfaßbar, daß man das deutsche Bundesstcmtswefen noch verwickelter machen wolle. In der Tat fällt zum mindesten zeitlich die eingehende Beschäftigung der deutschen Presse mit den Annexionsfragen zusammen mit den einleitenden Verhandlungen der deutschen Regierungen. Wie bei den Fragen der Reichsverfassung und der Kaiserwürde greift überragend und bestimmend die hohe Gestalt Bismarcks in die Erörterung ein. In den rein nationalen, innerpolilischen Gedankenaustausch der gesamtdeutschen Parteien führt der Leiter der auswärtigen Politik des Norddeutschen Bundes internationale Rücksichten und Motive ein, die mehr und mehr die Entscheidung auch in der Frage der staatsrechtlichen Zukunft Elsaß und Loihringens bedingen. ,
Gespräch im Olymp
Aus der Mappe des Lineritus Adrian Guggengeigger
i rtur von Guggengeigger, bisher Landrat des Kreises Schmöle, jetzt zum Minister des Mittleren ernannt, machte seinem Freund und Vetter, Freiherrn Egbert von Guggengeigger, seit über fünf Jahren Minister der eckigen Angelegenheiten, einen Besuch. Die beiden Herren saßen im Dienstzimmer Egberts gemütlich beisammen und -— «i« rauchten. Zum Bedauern seines Vetters hatte Artur aus dem ihm halbseitig angebotenen Etui eine der guten Zigarren von der anderen Seite ge-