Nene Bücher
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angeben. Dem entgegen werden die Anhängezettel den Müllern häufig gesondert ausgeliefert, häufig fehlen sie ganz. Angeheftete Zettel reißen beim Hantieren der Säcke beinahe stets ab und gehen verloren. Jedenfalls werden sie nicht mehr befestigt und sind für die Kontrolle ganz und gar wertlos.
Die Führung der vorgeschriebenen Mahlbücher ist häufig unvollständig, Gewichtsangaben und AuSmahlverhältnisse stimmen nicht überein. Durch unrichtige Einträge werden Vergehungen verdeckt. Eine Kontrolle der Mahlbücher hat unter solchen Umständen nur geringen Wert. Nicht selten führen die Müller neben dem offiziellen Mahlbuch mit unrichtigen Einträgen ein Geheimbuch mit richtigen Zahlen.
Es sei genug an dieser Blütenlese I Abhilfe? Zunächst einige Vorschläge.
Das Getreide wird vor der Ablieferung in der Mühle im Rathaus auf die Richtigkeit der Angaben (Gewicht und Fruchtsorten) geprüft, die Säcke werden Plombiert und unter Aufsicht nach der Mühle gebracht.' Ab« gäbe oder Annahme von Teilmengen einer Partie ist verboten. Verboten ist die Lagerung eigener Frucht des Müllers in der Mühle. Die Mehlabgave in den Mühlen nnrd auf bestimmte Tage und Tageszeiten beschränkt; sie findet unter Polizeilicher Aufsicht statt. Die Anwesenheit von Kunden in der Mühle während des Mahlprozesses ist verboten. An Stelle der Anhängezettel, deren Unzuberlässigkeit die Unterschiebung fremder Mahlscheine möglich macht, tritt die Zeichnung der Säcke.
Noch gründlicher würde eine Besserung der Zustände erreicht, wenn man dem Selbstversorger die über seinen Verbrauchsanteil überschießende Fruchtmenge schon an der Dreschmaschine abnimmt und sie von dort unverzüglich auf das Lager des Kommunalverbandes bringt.
Die Strafbestimmungen sind aufs strengste zu handhaben. Alle örtlichen Organe sind auf gewissenhaste und rücksichtslose Ausübung ihrer Pflichten zu vereidigen. Jeder nicht legitimierte Posten von Frucht, Mehl, Kleie usw. verfällt ohne weiteres der Beschlagnahme und Enteignung. Sobald die zweite Beschlagnahme und Bestrafung stattgefunden hat, wird die Mühle geschlossen.
Nachdem der Wille zum Beschreiben und Bedrucken von Papier sich in so reichem Maße hat ausleben können, bedarf eS jetzt des Willens zur Tat. Die Erfolge werden staunenswert sein. Eines darf nicht vergessen Werden: Je höher die Brotration gehalten wird, desto tiefer senken sich die Preise der nicht rationierten Nahrungsmittel und desto mehr wird das Begehren der Bevölkerung nachlassen, rationierte Nahrungsmittel für teures Geld auf illegitimem Wege zu erstehen. Die Brotration ist ein bedeutungsvoller Wert- und Gradmesser für die Volkswirtschaft im Kriege. Deshalb sollte kein Mittel unversucht bleiben, das eine baldige und dauernde Wiedererhöhung der Mehlmenge von ISO auf 200 Gramm und mehr herbeizuführen geeignet ist.
Zunius
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Kosalie Lrsun-^rtaris: Von berühmten Zeitgenossen. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, München. 1917. Preis geb. 5,50 M.
Eine seltene Erinnerungstraft macht diese Aufzeichnungen „einer Siebzigerin" lebendig, als wären es Schilderungen aus der Gegenwart. So sehen wir längst Entschwundene wieder vor uns, meist nur in an sich unwesentlichen Episoden, die Man aber nicht kannte und gern kennen lernt. Und wir stimmen der Verfasserin dankbar zu, wenn sie der Welt bewahren wollte, was mit ihrem Leben verlöschen
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