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Brest-Litowsk, Schlußakt
der Parteiwille, d. h. die Ansicht der Parteileitung. Im übrigen decken sich beide Vorschläge. Auch Nietes berücksichtigt den Fall, daß ein Wähler nur Person wählen will, er hat dann den zuzweit vorgedruckten Parteinamen zu durchstreichen und muß es sich gefallen lassen, daß ein bei seinem Kandidaten etwa erzielter Überschuß über die „Stimmensumme" (Wahlzahl, Veihällniszahl) unter den Tisch fällt bzw. die auf diesen entfalleneu Stimmen überhaupt, sofern sie den Durchschnitt nicht erreichen. (Genau so wie bei Fraenkel S. 89, 90.) Bei dem von Riekes entwickelten Verfahren gelingt es in der'Tat, „aus der Alleinherrschaft der Parteischablone herauszukommen. Es würden mehr Persönlichkeiten und weniger Parteischablonenmänner in die Volksvertretung gewählt werden."
Da das Prinzip der Mehrheitswahl (abgesehen von den sonstigen von Fraenkel erwähnten Schattenseiten) die Gefahr in sich schließt, daß eine große Partei mit zunehmender Kopfstärke — wie bei uns die Sozialdemokratie — mit der Zeit in den Stand gesetzt wird, die anderen zu majorisieren, wie Riekes am Schluß seiner Broschüre in Zahlen überzeugend darlegt, so ist seine Abschaffung eine dringende Forderung, will man nicht die schon sowieso durch die Regierungsvorlage eingeleitete Radikalisierung unseres Parlamentes ins Uferlose weiterschreiten lassen. Über künstliche Hemmungen und Fälschungen des „Volks"willens könnte man sich von seiten der extremen Linken nicht beklagen, denn gerade das Alternativ-Verfahren „würde jeder Partei das ihrige geben", insonderheit der Sozialdemokratie „das Höchstmaß dessen, was sie verlangen kann", so daß sie immer noch im Mgeordnetenhause zur mächtigsten Partei wird. Ausgeschlossen aber wäre wenigstens, daß „an Stelle der politischen Gleichberechtigung eines Tages unversehens die Alleinherrschaft des Proletariats tritt." D
Brest-Litowsk, Schlußakt
von Georg Lleinow Rückblick
er Vorhang fiel langsam über dem Schauspiel von Litauisch-Brest, so langsam, daß es noch während seines Herabgehens eine große Überraschung geben konnte: Trotzki, der erste Held des Stückes, entlarvte sich selbst als bösartiger Narr und heimtückischer Erpresser. Es ist kein Heldentum in ihm, von welchem Parteistandpunkt man ihn auch bewerten wollte. Es mangelt ihm Verantwortungsfreudigkeit, das ist die Voraussetzung jeden Heldentums. Kein Freund der Menschheit, auch keine tragische Größe! wohl aber ein engherziger, eigensüchtiger Parteimensch, — brutal in kleinen, ein schwankendes Rohr in den großen Dingen, um die es doch für