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Carl Jentsch und die Grenzboten
im Oktober sogar Sarrail zum Oberbefehlshaber auch der griechischen Armee ernannt, der freilich Mitte Dezember von seinem Oberkommando abberufen und durch General Guillaumet ersetzt wurde. Gegen Ende Dezember erfolgte dann eine Zwangsmobilisierung, da nach dem Zusammenbruch der italienischen Jsonzo- front (Ende Oktober) und dem Ausscheiden Rußlands aus dem Kriegsverbande der Entente griechische Truppen nicht nur zur Verstärkung der mazedonischen Front, sondern auch zum Ersatze englischer von den ägäischen Inseln zurückgezogener Besatzungstruppen dringend benötigt wurden. Doch scheint nach den bisher vorliegenden Berichten auch die Zwangsmobilisierung ein Fehlschlag gewesen sein, wie bei der von Veniselos selbst herbeigeführten völligen Zerrüttung der Armee kaum anders zu erwarten war. Jedenfalls hat Griechenland als militärischer Faktor im Weltkriege kaum noch eine wirkliche Bedeutung, mag Veniselos auch bei seiner Rundreise zu den Kabinetten der Entente, die er Ende Dezember unter- nahm, mit tönenden Worten das Gegenteil versichert haben,' nm die weitgehenden „Ansprüche" Griechenlands zu begründen.
Wo aber ist in Griechenland das „Selbstbestimmungsrecht der kleinen Nationen" geblieben, das von den führenden Staatsmännern der Entente so oft feierlich verkündet worden ist?
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(Larl Jentsch und die Grenzboten
von Dr. pbil. Anton Heinrich Rose
>er 8. Februar weckt für viele dieses Jahr im besonderen Sinne Gedanken der Trauer. Carl Jentsch, dessen fünfundachtzigsten Geburlstag ein großer Kreis von Verehrern und Freund'en mit Wort und Tat der Liebe, Wertschätzung und Anerkennung zn verschönern gewillt gewesen — Carl Jentsch ist seit dem 2». Juli vorigen Jahres ! tot. Die Leser der „Grenzbvten" erinnern sich des Namens und des Mannes, der so außergewöhnlich vielseitiges Wissen besaß und darum so umfassende Kenntnisse zu vermitteln imstande war. Fast dreißig Jahre lang (genau 27 Jahre 5 Monate) ist er Mitarbeiter der „Grenzboten" gewesen. Im Februar 1882 lief bei der Redaktion der „Grünen", die damals in Leipzig unter Assistenz des bekannten Sprachdummheitenbekämpfers Dr. Wustmann vom Verleger Johannes Grunow selbst geführt wurde, ein Manuskript ein über die Lehre vom Staate. Der Verfasser war ein gewisser Jentsch, aus Neiße O.-S.. von dem man nichts Näheres wußte. Die Arbeit ging als unverwendbar zurück. Der Einsender aber war hartnäckiger fragte nach dem Grunde der Ablehnung, den zu wissen für ihn von besonderer Bedeutung wäre, da er vor der Möglichkeit stünde, sein Brot durch literarische Tätigkeit erwerben zu müssen. Es handelte sich darum, ob der Aufsatz gerade nur für die „Grenzboten" nicht paßte, oder ob er nach Form und Inhalt den Anforderungen einer angesehenen Zeitschrift so wenig genügte, daß dem Verfasser die Eignung zum Publizisten abgesprochen werden müßte. Welche Antwort Jentsch ans diesen Brief erhielt, wird leider nie festgestellt werden können; er hat aus verkehrter Rücksicht auf den Ordner seines literarischen Nachlasses alle Korrespondenz verbrannt bis auf wenige amtliche Schreiben der kirch-