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Hermann, Karl; Die tschischen Erfolge seit Eröffnung des österreichischen Parlaments
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Die tschechischen Erfolge seit Eröffnung des österreichischen Parlaments

von Karl Hermann

ie schwer es Fernerstehenden ist, das Gewirr der innerpolitischeu Kämpfe in Österreich sicher nnd bis in die letzten Motive hinein zu beurteilen, zeigen gerade die jüngsten Wendungen in dem innerpolitischen Schicksal der Monarchie. Sie wurden, und damit bewahrheitet sich die alte, mit Herostratenstolz aus­gesprochene Behauptung der Tschechen, die österreichische Frage sei die tschechische Frage, in der Hauptsache von den Tschechen bestimmt. Ihre hohe Zeit begann mit dem Ausbruch der russischen Revolution, deren Einfluß auf die westslawische Welt man sich bei uns vielleicht nicht stark genug vorstellt. Das letzte Hemmnis für die Hingabe der demokratischen Tschechen an das Russentunu der Zarismus, schien beseitigt, und die Fluten panslawistischen Gefühlsüber­schwanges stiegen um so höher, als gleichzeitig Deutschland, durch eigene inner« politische Schwierigkeiten gehemmt, in der österreichischen öffentlichen Meinung sehr viel an Autorität einbüßte. Um den Weg nach Stockholm offen zu haben, aber auch unter dem Druck von sehr ernsthaften tschechischen Drohungen, be­wirkte Czernin die Beseitigung derVoraussetzungen" für den Reichsrat und dessen voraussetzungslose Einberufung. Die Eröffnung des Parlaments «m 1. Mai brachte einen so unverhüllteu Radikalismus der österreichischen Slawen daß selbst Kundige zunächst überrascht., waren. Die Feindschaft gegen das österreichische Deutschtum schuf We. geschlossene, flämische Front, die als erste Kraftprobe die Protokollierung der nichtdeutschen Reden erzwäng, und zugleich zeigte sich wieder, daß die innerösterreichische Politik und die außenpolitischen Wünsche der Slawen gleichsam in kommunizierenden Röhren laufen: jede inner­politische Stärkung der Slawen hat Äußerungen heftigster Feindschaft gegen das Bündnis mit Deutschland zur Folge. Die Reden der Herren Praschek und Stransky im Reichsrat, des Bischofs Theodorewitsch im Herrenhaus haben den Regierungen des Vielverbandes in der öffentlichen Meinung ihrer Völker eine Keine siegreiche Offensive ersetzt. Die staatsrechtliche Verwahrung de^ Tschechen bei Eröffnung des Reichsrates nicht minder.

Bei dieser mußte namentlich in Erstaunen setzen, daß die Tschechen un­bedenklich die immerhin gefährliche Feindschaft der Madjaren wagten und den