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Neue Bücher
„Das Buch vom großen Krieg" von Gcneralleuwant z. D. Baron von Ardenne und Dr. Hans F. Helmolt. I. Bd. „Union" Deutsche Verlagsgesellschaft. Preis 14.60 M.
Schon längst trugen wir alle Verlangen nach einer zusammenfassenden Würdigung des Weltkrieges, die eine weiteren Kreisen zugängliche Darstellung böte, die weder der Zuverlässigkeit noch der Lesbarkeit ermangelte, die zugleich die historische Erkenntnis zu vertiefen und die allgemeinen Anschauungen vom Werden und Wesen des Krieges zu bereichern und zu berichtigen geeignet wäre. Das vorliegende Werk erfüllt diese Wünsche. Wir werden zunächst in die Vorgeschichte des Krieges eingeführt und überschauen in einem besonders klar disponierten Kapitel die Gruppierung der Mächte, dann erleben wir die einzelnen Phasen des Krieges bis zum Eintritt Italiens in den Weltkrieg. Außer den Kämpfen im Osten und Westen erfahren auch der Luftkrieg und der See- und Unterseekrieg eine eingehende Schilderung; auch der heilige Krieg ist mit in den Bereich der Darstellung gezogen. Ein besonders wertvolles Kapitel, in dem der Verfasser reiche journalistische Erfahrungen hat geltend machen können, ist die Darlegung des Kampfes um die öffentliche Meinung. Zu der Textdarstellung kommt ein fast überreiches Bilder- und Kartenmaterial, das neben gut ausgewählten Photographien eine Reihe von ausgezeichneten Bildern hervorragender Künstler enthält. Während bei Werken dieser Art leicht der Text in dem Bildermaterial unterzugehen pflegt, ist hier eigentlich umgekehrt der Text das Tragende und Überragende, nicht nur wegen der von Banalität freien, schwungvollen, immer interessanten Darstellung eines Fachmannes, sondern vor allem wegen der klaren Disposition und der tiefen Durchleuchtung des gewaltigen Stoffes. Vielleicht könnte der zweite Band noch um einzelnes erweitert werden: z. B. habe ich schmerzlich ein paar skizzierte Schlachtenpläne etwa in der Art der Rothertschen vermißt, sie würden die Darstellung ungemein verdeutlichen helfen. Sodann hätte man nach größeren Abschnitten gern eine das Tatsächliche zusammenfassende Rekapitulation; überhaupt ist das Werk vielleicht absichtlich außer an einzelnen Stellen merkwürdig arm an Daten statistischer Art, die gewiß im Übermaß trocken und langweilig wirken, die aber einen „Erfolg" im großen besser Werschauen lassen. Auch die wirtschaftlichen Grundlagen des Krieges und ähnliches hätten vielleicht in einem besonderen Kapitel sozusagen in ein paar derben Pinselstrichen behandelt werden können. Aber alles das sind Ansprüche, die mehr das Interesse am Werk beweisen, als begründeten Tadel behaupten sollen. Jedenfalls ist dem schönen, volkstümlichen Werke die allerweiteste Verbreitung zu wünschen.
Dr. Bruno Jordan
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