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Offener Brief an Herrn von Heydebrand und der Lase. I.
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Offener Brief

an Herrn von Heydebrand und der Läse

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von Dr. Friedrich Thimme I.

u einer Zeit, wo auch Sie die schweren und bangen Sorgen, die ein Teil unseres Volkes mit Ihnen um unsere Entwicklung nach außen und innen empfindet, in Ihrer Herforder Rede unverhüllt zum Ausdruck gebracht haben, wo Ihre Anhänger im konser­vativen und im alldeutschen Lager den Reichskanzler auf der einen, den Generalfeldmarschall von Hindenburg auf der anderen Seite mit Kundgebungen und Telegrammen in gleicher Richtung systematisch überschütten, solcher Zeit wird es einem von konservativen Grundanschauungen aus­gehenden Manne nicht verwehrt sein können, dem anerkannten Führer der kon­servativen Partei auch einmal die schweren Sorgen und Befürchtungen aus- zusprechen, mit denen nicht allein ihn die Entwicklung der konservativen Partei >eit geraumer Zeit erfüllt. Solche Besorgnisse werden, wie ich genau weiß, vielen, sehr vielen konservativen Männern in steigendem Maße geteilt. Wenn sie nicht schon bisher häufiger zum Ausdruck gelangt sind, so geschah es aus dem gleichen Grunde, aus dem sich wenigstens früher wahrhaft konser­vative Männer scheuten, die Autorität der Negierung in Frage zu stellen: man Zollte, zumal in schwerer und gefährlicher Zeit, die Disziplin wahren. Nachdem aber Sie in Ihrer jüngsten großen Rede Ihre sonstige staatsmännische Zurück­haltung wenn nicht in der Form, so doch in der Sache gänzlich aufgegeben, nach­dem Sie selbst Ihre Gefolgschaft ermutigt haben, die Neichsregierung als jämmer­lich schwach, als fortwährend wankend und schwankend, als stetig, Tag vor Tag, vor Sozialdemokratie zurückweichend, als haltlos zum Abgrund, letzten Endes zur ^epublik treibend hinzustellen und sie so jeder Achtung und Autorität zu ent­kleiden, können Sie nicht erwarten, daß diejenigen, die noch in der alten kon­servativen Tradition wurzeln, daß es eine der vornehmsten Aufgaben der kon- Grenzboten II 1917 IS