Das deutsche Element im polnischen
von Universität-Professor Dr. Friedrich Getker (Schluß.)
' ' > IX. ^ .
Mit den Tier- und Pflanzennamen, den Bezeichnungen für Haus und Boden wurde das Gebiet der Landwirtschaft bereits berührt. In ihren beiden Hauptstücken, dem uralten Ackergerät und der Hand, die es führt, im ptuZ und im Adur, trägt sie deutsches Gepräge.
Deutsch benannt sind die Ansiedelung und ihre Grenze: osieälenie und Zraniea (osieäliü sitz —sich ansiedeln. OArimic^ä umgrenzen).
Lkaw und kolxvark, kc>IxvarL?niI< und Kubiar? (Hüfner), tiurt und Kub sind deutscher Herkunft.
Wenn der Pole das Pflanzen, den Anbau alles dessen, was der Boden tragen kann, klaneow-mie nennt, so dürfen wir darin eine Erinnerung sehen an das Beispiel und die Lehren, die deutsche Pflanzer, Ansiedler ihm gegeben haben. Ganz deutsch ist der Winzer, >vmiar?; von polnischem Weine hat man nie gehört.
Im Walde brennt der Kohlenmeiler — mielei-?; der deutsche Forstwirt freilich will von diesem Betriebszweige nicht viel mehr wissen, so daß für uns „Köhler" nahebei ganz Familienname geworden ist.
Dem Lande und der Stadt gemeinsam ist die Mühle, m^n, in allen ihren Formen von der primitivsten bis zum maschinellen Großbetrieb.
X.
In Recht und Wirtschaft, staatlicher Ordnung und sozialer Gliederung Zeigt das Polnische starke deutschsprachliche Einschläge, sicher oft sachlicher Beeinflussung durch unsere Bildungen entsprechend.
Um mit der rechtsfeindlichen Tat zu beginnen, der „Mord" heißt so auch auf polnisch und findet in seiner Urbedeutung als das heimliche, im Finstern schleichende Beginnen sein Gegenstück in der offenen Zxvalt, der ZnattownoS«; Gewalttätigkeit. Ableitungen einerseits lnol-äovaö, xamoräoxvaö, moräerca °^ Mörder, ZAmol-äoxvanie Ermordung, moräerstvo Mordtat, moräere^ mörderisch, andererseits xAvalciö, -Awaleenie vergewaltigen, Vergewaltigung.
KabonAö und rabuS finden in rauben und Räuber das Seitenstück.