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Sozialistische Friedensvorarbeit
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Sozialistische Friedensvorarbeit

Mut haben, heißt Gefahren sehend überwinden

er der Welt mit Einschluß der Deutschen einen Weg zu weisen vermag, der dieser wahnsinnigen Kriegsraserei ein Ende bereiten und ihre Wiederholung nach Menschen Ermessen unmöglich machen könnte, der ist der Menschheit mit Einschluß des deutschen Volkes Freund. Der deutsche Reichskanzler, der es heute ablehnen wollte, einen ihm von einer großen, mit ausgedehnten internationalen Verbindungen ausgerüsteten Partei gezeigten Weg zur Friedensvorarbeit zu erkunden, handelte gewissenlos. Man würde ihm und seinen technischen Beratern mit Recht Ressort­fanatismus, engherzigen Bureaukratismus, Rückstündigkeit und wer weiß noch welche unlautere persönliche Gründe vorwerfen und unterschieben. Welche Stellung die gerade für Anbahnung friedlicher Zustände in Frage kommende Partei oder sonstige Organisation im innerpolitischen Leben unseres Landes ein­nimmt, ob sie radikal, konservativ, liberal, demokratisch oder agrarisch, industriell, freihändlerisch, sozialistisch ist. das hätte zwar eine gewisse vorentscheidende Be­deutung für gewisse Entwicklungsrtchtungen der friedlichen Zukunft, wäre aber vorerst belanglos für das Gelingen oder Scheitern der großen nächsten Aufgabe, Wichtig ist nur die Entscheidung darüber, ob die schließlich zur Vorarbeit gewählte Organisation dasjenige Maß von Vertrauen und Einfluß in der uns feindlichen Welt sich auch über die Kriegsjahre hinaus erhalten konnte, das Vorbedingung für die Vorarbeit zum Frieden wäre. Und nur um die Vorarbeit zum Frieden, nicht um seinen Abschluß kann es sich im gegenwärtigen Stadium des Krieges handeln.

Wer aber wollte, zunächst rein theoretisch gesprochen, in einem Kriege, den wir ruhig als die Konsequenz des liberalen Wirtschaftssystems bezeichneil können, die Frieden anbahnende Kräfte wo anders suchen, als bei den Trägern völkerverbindender internationaler Ideen, die dem Liberalismus feindlich sind? War es nicht eine Selbstverständlichkeit, das Oberhaupt der katholischen Kirche als Friedensanbähner aufzurufen? Und wenn es geschah, ohne daß jemand murrte, so doch ausschließlich im Vertrauen auf die dem Katholizismus innewohnenden, internationalen geistigen Kräfte und nicht im Hinblick auf die Macht des zufällig regierenden Papstes. Der Papst hat der Welt nicht helfen können. Die völkerverbindende Macht des Katholizismus reichte nicht aus für die ihm zugedachte Mission, weil nicht die alten Moraltheorien von gut und