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Das deutsche Element im Polnischen
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Das deutsche Llement im polnischen

von Universitälsprofessor Dr. Friedrich Vetker I.

ie kein Glied der Völkerfamilie sich auf sich selbst zurückziehen kann, jede Berührung mit den anderen von sich abweisend, ohne der Erstarrung zu verfallen, so gibt es auch für die Sprache eines Volkes, selbst des begabtesten und machtvollsten von scharf ausgeprägter, zäh behaupteter Eigenart, nicht eine Entwicklung nur von innen heraus außerhalb des völkerverbindenden Verkehrs. Das Walten des Menschengeistes sondert sich nicht nach Staatsgebieten. Güter aller Art, materielle und ideelle, wandern unausgesetzt über die Grenzen, in stetem Zu» ström und Abfluß. Und mit dem Brauchbaren kommt oft genug das Unnütze, mit dem Guten das Schlimme.

Sprachliche Einwirkungen, Wechselwirkungen unter den Völkern lassen sich nicht beanstanden, nicht fernhalten, soweit sie durch die Kulturgemeinschaft be­dingt dem kulturellen Fortschritte dienen.

Dem Eu flnsse einer Sprache auf die andere entspricht keineswegs immer ein gleiches Maß von Gegenwirkung, ja es kann die Wechseljeitigkeit nahezu ganz fehlen. Auch unter den Völkern gibt es stärkere und schwächere Individualitäten, und selbst b»i gleicher Veranlagung, gleicher Volkskraft führen Besonderheiten der geschichtlichen Entwicklung gelegentlich zu weitgehender Hin­gabe an fremde Kultur, zu eingreifenden Umgestaltungen in Recht, Sitte und Sprache nach fremdem Vorbild.

Ein Beispiel solcher Abhängigkeit, die nicht willkürlich übernommen wurde, sondern aus den Geschicken der beteiligten Völker sich ergab, ist die sehr weit­gehende, nicht genug gewürdigte, gerade in der Gegenwart sehr zu beachtende Beeinflussung des Polnischen durch die deutsche Sprache.

Eine tote und eine lebende Sprache, das Lateinische nnd das Deutsche, haben ans die Bildung des Polnischen stärkste Wirkung gehabt.

Daß auch die Sprache des Überwinders sich Geltung schaffte, russische Elemente in das Polnische übergingen, konnte nicht ausbleiben; die Aufuahme vonKnut" ist typisch für diese Zwangswirkung.

In der deutschen Volkssprache hat das Lateinische, im Mittelalter und noch lange nachher die Sprache der Gelehrten und, bis zur Verdrängung durch