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Gegenwartsmöglichkeiten im Osten
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Gegenwartsmöglichkeiten im Osten

Nicht alles dienet uns auf gleiche Weise; Wer vieles brauchen will, gebrauche jedes In seiner Art, so ist er recht bedient.

Goethe

ür einige Tage von der Westfront heimkehrend und noch voll von den schauerlichen Bildern wilden Schlachtgetümmels, finde ich den deutschen Blätterwald in merkwürdiger Erregung: man liegt sich über Kriegsziele in den Haaren und unbekümmert um die Wandlungen, die der gewaltige Krieg auf der ganzen Welt hervorbrachte, reitet jeder auf dem Steckenpferde herum, auf das ihn irgendein Zufall, manchmal auch Überlegung schon vor dem Ausbruch des Krieges gesetzt hatte. Alte Dogmen, alte Prinzipien, alte Vorurteile, alte enge Horizonte, dieselben persönlichen und politischen Freundschaften und Feindseligkeiten. Für uns draußen ist solche Erkenntnis nicht ermunternd, aber sie hat das Gute, daß wir uns über die wichtigste Frage der Gegenwart zu eigenen Urteilen durch­ringen, daß in der kämpfenden Armee über Partei- und Verbandssekretäre zur Tagesordnung übergegangen wird und sich die Umrisse einer neuen deutschen Partei im Schlachtendampf zeigen.

Die wichtigste Frage des Augenblicks ist für jeden Soldaten und sollte für jeden Patrioten vom Augenblick der Kriegserklärung an sein: wie kommen wir zu einem dauerhaften Frieden? Wer anders denkt, meint es nicht gut mit feinem Volke. Wer uns diese der Menschheit unwürdige Raserei, die sich Krieg nennt, aufgezwungen Hot, der ist unser Feind, wer uns darin erhalten will, um Partei- und Kliquengeschäfte damit zu machen, gehört aufs Schaffot. Jeder, der ehrlich für einen den ferneren Frieden sichernden Friedens­schluß eintritt, ist ein wahrer Patriot, ist unser, ist des deutschen Volkes wahrer Freund. Wir draußen haben die Grundlagen sür einen Friedensschluß vor­bereitet; die in der Heimat sollten Zeit genug gehabt haben, die Grundlagen allseitig zu prüfen und festzustellen, ob ein Angelpunkt vorhanden, von dem das Friedenswerk eingeleitet werden könnte. Es scheint aber, daß die Partei­verblendung die berufenen Führer hindert, kraftvoll und zuversichtlich im großen Stile der Armee an ihre Aufgabe heranzutreten. Andernfalls wäre es un­verständlich, wie jede Partei und Gruppe immer nur an Kleinigkeiten und Neben­sächlichkeiten anknüpfte, wie jede Zeitung fast von einer besonderen Einzel-