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Die Krisis der russischen Innenpolitik
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Die Arisis der russischen Innenpolitik

Der Reichsrat erfuhr eine gründliche Umgestaltung. Präsident und Vize­präsident wurden entfernt, Schtscheglowitow und Deitrich, deren politische Richtung der des Blockes diametral entgegengesetzt ist, traten an seine Spitze. Es wurde ein Pairsschub gemacht dadurch, daß achtzehn Mitglieder des Reichs­rats neu ernannt wurden, während eine Reihe von anderer» aus der Präsenz­liste gestrichen wurden. Das Resultat war die Herstellung einer Stimmen­mehrheit von zwölf Personen für die rechten Fraktionen im Reichsrate. Eine Menge von Unterstaatssekretären, Kanzleichefs in den einzelnen Ministerien, von Gou­verneuren und Vizegouverneuren nahmen ihren Abschied oder wurden beseitigt; außer Makarow ging noch Jgnatiew, der bei derGesellschaft" sehr populäre Unter­richtsminister, der sich trotz aller Angriffe zwei Jahre hatte halten können. Er sowohl wie Makarow wurden durch bisher nicht bekannte rechtsstehende Bureaukraten ersetzt. Schuwajew, der seinerzeit Miljukow offen die Hand gedrückt hatte, verschwand eben­falls im Abgrund. Während man die weiteren Maßnahmen des Kabinettes bespricht, erörtert man zu gleicher Zeit den Abgang der übrigen Minister, vor allen den von Bark. Prokowski, Schachowskoi, die sich zum Teil haben Urlaub geben lassen.

Alles fließt, nur eine Figur in der Erscheinungen Flucht bleibt unbeirrt und fest stehen, das ist der bei der Blockmajorität so verhaßte Protopopow. der doch selbst aus dem Block hervorgegangen ist. Die Zeitungen sind voll von seinen Plänen. Er will das alte Rezept wieder aufnehmen: starke Hand, aber väterliches Wohlwollen, mit Gewissensfreiheit, Freiheit für die Juden u. a. DieseIdylle" veranlaßt die Liberalen zu bitterem Spott und zur Ironie/ ihre Kraft aber scheint gebrochen. Golitzin empfängt einen Vertreter derNowoje Wremja". Er verweist vor allem darauf, daß das Reskript des Zaren an ihn die Richtschnur seines Handelns sein werde. In diesem Reskript befindet sich der Passus:Ich halte es für die Pflicht aller Personen im Staatsdienst, den gesetzgebenden Körperschaften mit Wohlwollen, Gradheit und Würde entgegen­zutreten." In ihm wird ferner die Hoffnung ausgesprochen, daß der Minister­rat unter dem Vorsitz Golitzins die Unterstützung des Reichsrats und der Duma finden werde, die in dem einmütigen und brennenden Wunsche geeint seien, den Krieg bis zum siegreichen Ende zu führen. Im übrigen ist aber in dem ganzen Reskript vor irgendeiner Aussicht auf Erfüllung auch nur des kleinsten politischen Wunsches der Blockmajorität mit keiner Silbe die Rede. Die Lebens­mittelversorgung, die Beseitigung der Verpflegungsschwierigkeiten hinter der Front, die Beseitigung der Schwierigkeiten auf Eisenbahnen und Wasserläufen, das find die Aufgaben, die dem Fürsten Golitzin zusammen mit den gesetzgeben­den Kammern vorbehalten bleiben sollen. Darauf verweist der Fürst auch den Zeitungsvertreter:Jetzt, wo alle unsere Gedanken auf die Erreichung eines Sieges über den äußeren Feind gerichtet sind, darf man natürlich nicht von der Verwirklichung irgendwelcher tiefgehenden Reformen auf dem Gebiete der inneren Politik reden." Golitzin geht bald noch einen Schritt weiter, er ver­tagt die Duma um einen weiteren Monat und begründet das genau so wie