Politische Literatur
29
des Handels und Verkehrs nicht mit der gebotenen Entschiedenheit geführt. Sie haben sich kein Vorbild genommen an Deutschland, daß sebst von England unter nicht weniger schwierigen Verhältnissen die Anerkennung der Rechte des Postverkehrs durchzusetzen gewußt hat. So haben sie durch ihre Duldung dazu beigetragen, daß ein von Deutschland durch Festigkeit und Hartnäckigleit erfochtener Fortschritt auf dem Gebiete des Verkehrs wieder aufgehoben worden ist. Hiernach dürfen wir in Zukunft eine dem Verkehr günstige Entwicklung nur von einer Beseitigung der britischen Seewillkür d. h. also von einem deutschen Siege erwarten. Dann werden die „kleinen Staaten", deren besonderen Schutz unsere Gegner auf ihre Fahne geschrieben haben, erkennen, daß ihr Schutzherr England dem Weltverkehr schwere Fesseln angelegt hat, während Deutschland den von ihm bisher vertretenen Grundsatz von der Notwendigkeit des freien überseeischen Verkehrs auch auf den jetzt so sehr mißhandelten Postverkehr zur Geltung bringen wird. Hat doch selbst die amerikanische Regierung in ihrer Note an England ausdrücklich anerkannt, daß Deutschland bei seinem Vorgehen gegen den feindlichen und den neutralen (Bannwaren-) Handel die Vorschriften des Postabkommens genau befolge!
Siebert „Der völkische Gedanke und die Verwirklichung des Zionismus". München 1916. Verlag von I. F. Lehmann.
Dr. Siebert, der als Arzt und Rassenforscher fest auf dem Boden der Wirklichkeit steht, lehnt in seiner Schrift die seit fünf Menschenaltern zugkräftigen Schlagworte des mit natur- und gewichtslosen Begriffen operierenden Aufklärungszeitalters: Gleichheit aller Menschen, Zufall der Geburt und Selbstzweck der Persönlichkeit, als naturwidrig ab und entwickelt mit zwingender Folgerichtigkeit, was sich aus dem völkischen Gedanken ergibt.
Die Menschen sind, zeigt er, seit je ungleich gewesen und werden es in aller Zukunft sein, sind demgemäß auch ungleich zu werten und zu behandeln. Was Menschenantlitz trägt, ist als Ausfluß der Artung sämtlicher Vorfahren, in die Stammesgemeinschaft hineingeboren und von ihr dauernd beeinflußt — in der Ausdrucksweise von gestern —, ein Produkt seines Milieus. Qber dem einzelnen, dem lieben Ich, steht deshalb als höhere die völkische Persönlichkeit. Sein Volk gesund, seine Kultur und seinen Staat lebens- und entwicklungsfähig und sein Blut möglichst rein zu erhalten, ist jedes, auch des geringsten Volksgenossen Pflicht; Pflicht desgleichen, dafür zu sorgen, daß das eigene Volk, um sich auszubreiten, über genügend Raum verfügt, daß eine genügende Kopszahl vorhanden ist, daß
politische Literatur